Tourismus

Drei Milliarden Franken für den Schweizer Tourismus in den nächsten zehn Jahren

Redaktion/sda – 17. Mai 2021
Der Tourismusbranche fehlen wegen der Coronakrise die Mittel für zukünftige Investitionen. Nun fordern die Verbände und Kantone zünftige Finanzhilfe vom Bund.

Die Schweizer Tourismusbranche wurde von der Coronakrise hart getroffen. Die Tourismusverbände verlangen daher vom Bund Unterstützung für den Wiederaufbau nach der Pandemie. Der Finanzbedarf betrage in den nächsten zehn Jahren 3 Milliarden Franken, sagte Hans Wicki, FDP-Ständerat und Präsident des Seilbahnverbandes, gegenüber der «SonntagsZeitung».

Bis zu 1,5 Milliarden für Bergbahnen

In der Beherbergungsbranche haben bereits per Ende 2020 bis zu 70 Prozent der Betriebe ihre Vorhaben sistiert. Und bei den Bergbahnen liegt der Investitionsbedarf bei 3 Milliarden Franken, wobei Wicki an Bundesbeiträge zwischen 1 bis 1,5 Milliarden denkt. «Wenn der Bund schon Geld für Bauern, Bildung und die SBB ausgibt, könnte er auch den Tourismus unterstützen», sagte Wicki. Sonst verliere die Branche den Anschluss. Mit dem Geld sollten nicht nur Bahnen saniert werden, sondern auch Hotels. Ferner seien Investitionen in die Digitalisierung und in die Nachhaltigkeit nötig.

Mit seiner Forderung ist Hans Wicki nicht alleine. Mitte-Nationalrat und Präsident des Schweizer Tourismus-Verbands Nicolo Paganini ergänzt in der Zeitung, dass die touristische Investitionsfähigkeit gestärkt werden müsse, um das Überleben zu sichern. «Der Bund hat mit seiner Nothilfe die Unternehmen im Tourismus am Leben erhalten. Jetzt darf er sie nicht fallen lassen, sonst wäre alles für nichts gewesen.»

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Mitte-Nationalrat Nicolo Paganini. (Bild: Archiv)

Auch die Kantone wollen Geld

Die Tourismusbranche hat letzte Woche ihre Forderung bei Bundespräsident Guy Parmelin deponiert. Unterstützt werden die Forderungen auch von den Bergkantonen, die sich bereits koordinieren, um ein Konzept zu entwickeln und dem Bund einen Forderungskatalog vorzulegen.

In der «SonntagsZeitung» fordert der Walliser Volkswirtschaftsdirektor Christophe Darbellay namentlich Finanzminister Ueli Maurer auf, «den besonders betroffenen Berg- und Tourismuskantonen zu helfen». Auch er hält eine Milliarde alleine für die Bergbahnen als Grössenordnung «für wahrscheinlich». Gemäss dem Berner Oberländer SVP-Nationalrat Erich von Siebenthal  werden dadurch «gerade in den Berggebieten  Arbeitsplätze geschaffen, die wir unbedingt erhalten müssen. Sonst wandern noch mehr Leute ab.»