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Hilfe, das Personal ist krank!

Benny Epstein – 07. Januar 2022
Die hochansteckende Omikron-Variante trifft die Gastronomie und Hotellerie hart. Zahlreiche Betriebe müssen vorübergehend schliessen, weil die Mitarbeitenden ausfallen.

«Liebe Gäste, am 4. Januar 2022, haben wir uns entschlossen, das Hotel zu schliessen», heisst es auf der Website des Hotels Panorama Hasliberg im Berner Oberland. «Die zahlreichen Coronafälle im Team lassen uns keine Wahl. Wir können diese Situation nicht mehr meistern und ziehen vorerst die Reissleine. Wir hoffen sehr, dass wir Ende Januar wieder öffnen können.»

Es ist Hochsaison in den Winterdestinationen und zahlreiche Betriebe müssen schliessen. Nicht weil die Gäste fehlen, sondern weil mehrere Mitarbeitende an der hochansteckenden Corona-Variante Omikron erkrankt sind. Im Hotel Schönegg in Grindelwald BE fielen zuletzt zwei Drittel der Mitarbeitenden wegen Corona aus. «Am 31. Dezember ging es los. Die beiden Mitarbeiten gingen sofort in Isolation», so Ingo Schmoll, Geschäftsführer des Hotels gegenüber SRF. «Doch es kamen dann täglich weitere Fälle hinzu. Nun ist das Hotel bis zum 14. Januar geschlossen.»

Stefan Grossniklaus, Direktor Hotel Aspen, ebenfalls in Grindelwald, zittert: «Wir sitzen auf einem Pulverfass und wissen nicht, wann es explodiert. Die Omikron-Welle hat Grindelwald und die anderen Schweizer Tourismusdestinationen voll erwischt.» Externe Gäste dürfen den Betrieb nicht mehr betreten. Grossniklaus spricht von einem halben Dutzend geschlossener Betriebe in der Region. Er fordert Hilfe von den Behörden: «Wir hoffen, dass die Regierungen die Quarantäneregelungen überdenken. Sie wurde ja bereits von zehn auf sieben Tage reduziert. Schön wäre es, wenn Leute, die nicht schwer erkranken, nach vier, fünf Tagen wieder arbeiten dürften. Ansonsten kollabiert unser System.»

GastroSuisse unterstützt Forderung

GastroSuisse unterstützt diese Forderung. «Wichtig ist, dass die Quarantäne- und Isolationszeit nur so lange dauert wie aus medizinischer Sicht unbedingt notwendig», heisst es bei der Medienstelle. «Denn bei der hochansteckenden Omikron-Variante ist der Nutzen der Quarantäne und Isolation vergleichsweise gering.» Es müsse alles unternommen werden, um einen gastgewerblichen Shutdown zu verhindern.

Ähnlich prekär sieht die Situation auch in anderen Regionen aus. In Davos musste das Steigenberger Grandhotel Belvédère seinen Betrieb vom 2. bis 7. Januar einstellen, weil rund 40 Prozent des Personals nicht arbeiten konnten. Die Aroser Wandelbar macht bis zum 13. Januar dicht. Das Zürcher Restaurant Pavillon im Hotel Baur au Lac bleibt vom 4. bis 10. Januar 2022 geschlossen.

Zwei Restaurants der Andermatt Swiss Alps in der Skiarena Andermatt-Sedrun sind derzeit ebenso geschlossen: Das Selbstbedienungsrestaurant Nätschen ist seit dem 1. Januar bis auf weiteres zu. Das Restaurant The Japanese by The Chedi Andermatt auf dem Gütsch bleibt vom 5. bis 11. Januar geschlossen. Im Luxushotel Gstaad Palace stehen die Restaurants und Bars derzeit nur noch den eigenen Hotelgästen zur Verfügung. Diese werden zudem gebeten, «keine grössere Zahl von Freunden» ins Hotel mitzubringen, heisst es in einem Schreiben, das der «Berner Zeitung» vorliegt.

Bei der Corvatsch AG, die 225 Personen beschäftigt, fallen zehn Prozent des Gastropersonals und acht Prozent des Bergbahnteams aus. Als Konsequenz wird das Bistro in der Mittelstation Murtel vorübergehend geschlossen, die Skihütte Hossa schliesst fortan für zwei Tage die Woche – auch zum Wohl der Mitarbeiter. «Die Angestellten haben eine harte Zeit hinter sich und müssen sich regenerieren», so Markus Moser, Geschäftsleitungsvorsitzender der Corvatsch AG, in der «Engadiner Post».