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Heute Luzern, morgen Chur: Die Gastrobranche demonstriert!

Benny Epstein – 22. Dezember 2020
Die Restaurants sind geschlossen, die Gastronomen stehen auf der Strasse: Sie fordern von der Politik, sofort angemessen entschädigt und unterstützt zu werden.

«Noch einmal die Bühne betreten, bevor der Vorhang fällt!» – unter diesem Motto gingen heute Mittag Gastronomen in der Stadt Luzern auf die Strasse. Die rund 500 Demonstranten machten mit Pfannen, Kellen und Cocktail-Mixern Lärm. «Wir löffeln diese Suppe nicht alleine aus» oder «Die Gastrobombe tickt» schrieben sie auf ihre Plakate. Die Luzerner Gastronomen forderten finanzielle Unterstützung. Konkret: Eine Umsatzentschädigung von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat soll in der Restauration als A-fonds-perdu-Betrag her, ebenso soll die Härtefallregelung angepasst werden. Das von der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellte Geld soll als nicht zurückzuzahlende Unterstützung und nicht als Kredit zur Verfügung gestellt werden. Zudem fordern die Gastronomen Hilfe bei der Suche nach Lösungen bezüglich der Geschäftsmieten. Je ein Drittel soll der Mieter, der Vermieter und die öffentliche Hand beisteuern. Am Mittwoch: Demo in Chur
Morgen Mittwoch demonstrieren auch die Bündner Gastronomen von 10 bis 12 Uhr in Chur. «Wir wehren uns nicht gegen die Massnahmen», erklärt Marc Tischhauser, Geschäftsführer GastroGraubünden. «Sondern wir fordern, dass die Politik Verantwortung für Ihre Entscheide übernimmt und die direkt und indirekt betroffenen Betriebe und Mitarbeiter fair für den entstandenen Schaden entschädigt.» Deutschland und Österreich würden dies vormachen. Die Lebensgrundlagen der Gastronomie und Hotellerie und die damit verbundenen Existenzen seien akut bedroht. «Hinter jedem Arbeitgeber stehen zahlreiche Lieferanten und Mitarbeitende. Hinter genau diesen stehen unzählige Familien! Die Wertschöpfungskette ist lang – es betrifft uns alle!» Unter dem Lead von GastroGraubünden soll die morgige Demo in Chur zum friedlichen und eindrücklichen Mahnmal auf der autofreien Poststarasse werden: Jeder Gastronom stellt mit 1,5 Metern Abstand einen leeren Stuhl aus seinem Restaurant mit seinem Namen oder Logo auf der Rückenlehne auf. Auch Lieferanten sind eingeladen mitzuwirken und können beispielsweise einen leeren Harass, ein leeres Fass, leere Gemüsekistli, oder Einkaufswagen stellen (Anmeldung bis Dienstag, 22.12.2020 an mt@gastrogr.ch).