Fast die Hälfte der Logiernächte, genauer 48 Prozent oder 21 Millionen, entfielen auf Schweizer Gäste, wie neueste Zahlen des Bundesamts für Statistik (BfS) belegen. Besonders beliebt waren bei Schweizer Reisenden Hotels in Städten (plus 6 Prozent, Zürich allein mit 1,3 Millionen Übernachtungen), während die einheimische Nachfrage in den Bergen und auf dem Land – mit Ausnahme der Region Fribourg – leicht zurückging.
Die wichtigsten Märkte für die Schweiz
12,7 Millionen Logiernächte entfielen auf Gäste aus Europa (plus 3,9 Prozent), was einem Marktanteil von 29 Prozent entspricht. Die restlichen 23 Prozent verantworteten Reisende aus Übersee, wobei vor allem Gäste aus den USA mit 3,6 Millionen für eine verstärkte Nachfrage sorgten (plus 5,4 Prozent).
«Das vergangene Jahr war ein gutes, solides Jahr. Die USA sind für uns sehr wichtig», sagt Schweiz-Tourismus-Direktor Martin Nydegger. «Die Wirtschaft, die Währung und die Willkür dürfte dieses Jahr jedoch für kein Plus mehr aus den USA sorgen.» Und man dürfe nicht vergessen, dass mit dem ESC und der Fussball-EM zwei Grossanlässe in der Schweiz stattfanden. «Es ist allerdings nicht unsere Absicht, ein permanentes Wachstum zu fördern. Wir wollen vor allem die Qualität stärken», erklärt Nydegger weiter.
Der brasilianische Markt sorgt für ein Plus von 6,6 Prozent, wobei die Brasilianer vor allem im Januar die Schweiz wählen und so «das Januarloch füllen», wie Nydegger betont. Dagegen gingen die asiatischen Märkte gegenüber 2019 (vor der Coronapandemie) um satte 18 Prozent zurück.
Der wichtigste Auslandmarkt bleibt Deutschland mit 3,8 Millionen (plus 2 Prozent), Grossbritannien sorgt mit einem Plus von 7,5 Prozent und 1,7 Millionen nach den USA für den drittwichtigsten Auslandmarkt – vor Frankreich mit 1,5 Millionen (plus 2,4 Prozent). Prozentuell am stärksten gewachsen ist Polen mit 11 Prozent!
Die Auslastung der Hotels
Die schweizweite Auslastung sämtlicher Hotels beträgt übers ganze Jahr allerdings 51 Prozent. «Die Hotels sollten eine Auslastung von über 60 Prozent haben, um wirklich rentabel zu sein», erklärt Martin von Moos, Präsident von Hotellerie Suisse. Neben den Logiernächten gebe es weitere entscheidende Faktoren wie Profitabilität. «Die Kosten im Griff zu haben, ist die grösste Herausforderung. Der durchschnittliche Preis pro Nacht ist auf 145 Franken gesunken, weil die Hoteliers wohl anfangs 2025 verunsichert waren über die Zukunft und die Preise senkten», so von Moos. «Wir ermuntern die Hotels, die Saison zu verlängern und in neue Angebote zu investieren wie beispielsweise das Belvedere in Locarno, das einen neuen Spa anbietet.»
Wo geht die Reise hin?
Zu den wichtigsten strategischen Eckpfeilern von Schweiz Tourismus gehören die Aktionsfelder Ganzjahrestourismus, Gästeströme, Aufenthaltsdauer, Swisstainable und die Tourismusakzeptanz. In den Worten von Nydegger: «Es muss uns gelingen, die Gästeströme zu lenken und die Aufenthaltsdauer der Gäste zu maximieren.»
Die Schweiz fördere keine Europatouren. Das Ziel seien Monoreisen in die Schweiz, die im Einklang mit der lokalen Bevölkerungen stehen würden. Die Schweiz soll als nachhaltige, ganzjährig attraktive Premiumdestination wahrgenommen werden.