«Reka ist in der neuen Generation angekommen»

Oliver Borner – 29. Januar 2026
Die Schweizer Reisekasse Reka präsentierte kürzlich Rekordzahlen für das Geschäftsjahr 2025. CEO Roland Ludwig erklärt im Interview die Gründe für den Erfolg, was Schweizer Familien heute von ihren Ferien erwarten und warum Unterkünfte für Familien immer wichtiger werden.

Wenn man von Reka spricht, hängt oft noch das Bild des verstaubten Feriendorfs in den Köpfen der Menschen. Inwiefern stört das?
Mich stört das nicht unbedingt, weil ich weiss, dass die Feriendörfer mittlerweile in der aktuellen Generation angekommen sind. Viele wurden umgebaut, modernisiert und an die Bedürfnisse der Gäste angepasst. Dass jene, die schon länger nicht mehr in solchen Feriendörfer waren, diese Erinnerungen im Kopf haben, ist daher in Ordnung. Nur: Sie spiegeln nicht die aktuelle Situation wider. Reka bietet mit ihren Resorts im In- und Ausland viel mehr als nur die bekannten Feriendörfer. Mein Ziel ist es, diese Resorts bekannter zu machen und zu zeigen, dass Reka mehr kann als «nur» Feriendorf.

 

Die Resorts wie das Golfo del Sole in der Toskana hatten einen grossen Anteil am Rekordjahr 2025. 2026 kommt mit dem Ortano Mare auf Elba (ITA) ein weiteres Resort im Ausland dazu. Welche Ziele verfolgen Sie damit?
Die Ziele decken sich mit denen des Golfo del Sole. Damit wollte Reka Schweizer Familien die Möglichkeit geben, erschwingliche Ferien am Mittelmeer zu verbringen. Und das hat sie geschafft: Die Buchungszahlen waren 2024 noch besser als 2025, in der Hochsaison war das Resort stets ausgebucht. Dieses Angebot wollten wir mit dem Ortano Mare auf Elba erweitern. Wir wollen den Gästen bieten, was es in der Schweiz nicht gibt: Ferien auf einer Insel mit Strand, Meer und Familienaktivitäten. Das Ziel ist aber nicht, dass, wie im Golfo del Sole, rund 80 Prozent Schweizer Gäste nach Elba kommen. Wir wollen auch internationale Gäste ansprechen und so den Gäste-Mix fördern.

 

Auch in der Schweiz?
Das ist sicher ein Ziel, ja. Wenn die internationalen Gäste von unserem Angebot im Ausland überzeugt sind, gelingt es uns unter Umständen, sie für Reka-Ferien in der Schweiz zu begeistern.

 

Wie sieht es aktuell mit internationalen Gästen in den Reka-Unterkünften in der Schweiz aus?
Im Swiss Holiday Park verzeichnet Reka bereits eine gute Zahl internationaler Gäste, vor allem aus Deutschland. Gerade in der Zeit nach den Sommerferien, wenn die Schweizer Kinder bereits wieder in der Schule sind, kommen mehr Gäste aus Deutschland oder den Benelux-Staaten zu uns, da ihre Ferien teilweise bis Mitte September andauern. Wir richten unser Marketing in dieser Zeit gezielt auf ausländische Gäste aus, damit wir in der Nebensaison weiterhin Gäste begrüssen können. Und das zeigt Wirkung: Die Gästezahlen aus Deutschland steigt, auch in den Feriendörfern.

 

Ist vor diesem Hintergrund eine weitere Expansion im Ausland geplant?
Wir wollen ganz bewusst und nicht zu schnell expandieren. Wir sind überzeugt, dass wir zuerst das Resort auf Elba zum Erfolg bringen und die Projekte in der Schweiz vorantreiben müssen. Daher ist ein Zusatzresort momentan kein Thema.

 

Wie sehen die mittel- bis langfristigen Ziele von Reka in den kommenden Jahren aus?
Im Geldbereich haben wir mit der Reka-Card und den Geschenkkarten eine Basis geschaffen, womit wir uns in Zukunft weiter digitalisieren können. In diesem Jahr sollen die digitalen Zahlungsverkehrsplattformen im Hintergrund erneuert werden, um auf dem neusten Stand der Technik zu sein. Im Ferienbereich stehen viele Umbau- und Neubauprojekte an, angefangen mit dem Ortano Mare auf Elba, das im Mai eröffnet. Daneben laufen aktuell viele Umbauten an Ferienwohnungen und Feriendörfern und das grosse Neubauprojekt in Lenk BE, das auf sehr gutem Weg ist. Die Eröffnung ist auf Winter 2027 geplant. Gleichzeitig haben wir mit den Projekten in Kreuzlingen TG und Brissago TI zwei Projekte in der Pipeline. In Kreuzlingen soll das erste Feriendorf im Mittelland an einem See entstehen, in Brissago soll das Vier-Sterne-Parkhotel Brenscino umgebaut werden. Dort bereiten wir gerade die Baueingabe vor, damit wir im Winter 2026/27 mit dem Umbau und der Erweiterung beginnen können.