Der Sommer 2026 hat es in sich – zumindest mit Blick auf die Temperaturen. Bereits zum vierten Mal rollt seit Anfang Juni eine Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 40 Grad über die Schweiz. Wer Schatten und ein kühles Plätzchen findet, darf sich aktuell glücklich schätzen.
Hitzeflucht aus dem Flachland
Diese Entwicklung hat Auswirkungen auf das Reiseverhalten innerhalb der Schweiz. Das zeigt eine Umfrage von Schweiz Tourismus bei Destinationen schweizweit. Die sogenannte «Coolcation», also der Flucht vor der Hitze in höhere Lagen, habe momentan Hochkonjunktur. Demnach buchen insbesondere einheimische Gäste kurzfristig Aufenthalte in Bergregionen sowie an Seen. Destinationen berichten übereinstimmend von einer «Hitzeflucht» aus den Städten und dem Flachland.
Dieser Effekt zeigt sind insbesondere in den Destinationen Gstaad, Davos-Klosters oder Engadin. Dort hätten die hohen Temperaturen zu mehr spontanen Buchungen geführt. Im Engadin habe die Sommersaison zudem früher begonnen. Anstelle einzelner Buchungsspitzen sei die Auslastung über Juni, Juli und August konstant hoch.
Gleiches Bild zeigt sich in den Voralpen und im Schweizer Seeland. Im Jura & Drei-Seen-Land steigt das Interesse an Seen, Wäldern, Schluchten und höher gelegenen Gebieten. Luzern Tourismus sieht die Nähe zu See und Bergen als wichtiger Vorteil bei hohen Temperaturen. Im Appenzellerland seien viele Betriebe an den Wochenenden nahezu ausgebucht.
Kulturangebote unter Druck
Anders stellt sich das Verhalten der Gäste in tieferen Lagen dar. Aargau Tourismus berichtet von einer geringeren Nachfrage nach Thermalbädern und Gruyère Tourisme von einem Rückgang des Interesses am Château de Gruyères. Im Tessin hingegen spielt das Thema Coolcation laut der Destination kaum eine Rolle, da hohe Sommertemperaturen dort zum Ferienerlebnis gehörten.
Schweiz Tourismus sieht die aktuelle Situation als kurzfristigen Effekt. Die Rückmeldungen aus den verschiedenen Regionen deuteten darauf hin, dass die Suche nach natürlichen Möglichkeiten zur Abkühlung den Sommertourismus langfristig verändern könnte. Die klimatische Vielfalt und die kurzen Wege zwischen Städten, Seen und Bergregionen seien dabei ein Vorteil der Schweiz.