Bessere Sommeraussichten für Schweizer Tourismus als gedacht

Oliver Borner – 08. Juni 2026
Trotz Iran-Krise zeigt der Schweizer Tourismus klare Erholungszeichen: Die Top-5-Märkte und das Image der Schweiz als sichere Premiumdestination stützen laut Schweiz Tourismus die Sommersaison 2026.

Der Schweizer Tourismus steuert gemäss einer aktuellen Umfrage von Schweiz Tourismus dem Sommer 2026 mit verhaltener, aber klar erkennbarer Zuversicht entgegen.

Schweiz, USA und europäische Märkte als tragende Stütze

Demnach dürfte Nachfrage aus den DACH-Märkten auf hohem Niveau stabil oder gar leicht steigend sein. Aus dem Vereinigten Königreich und den nordischen Ländern wird ein Minus erwartet, das sich allerdings damit erklärt, dass die Logiernächtezahlen im Vorjahr aufgrund der Frauen-Fussball-EM in der Schweiz überdurchschnittlich hoch waren. Für Italien und Frankreich wird ein leichter Rückgang der Nachfrage vorausgesehen, so dass für Europa insgesamt ein Minus um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahressommer prognostiziert ist.

Der wichtige nordamerikanische Markt bleibt stabil, die Nachfrage aus den USA bleibt unverändert hoch, sinkt in Kanada leicht und wächst in Brasilien, dürfte insgesamt damit rund 2 Prozent unterhalb des Vorjahres-Sommerniveaus bleiben.

Gleichzeitig verbessere sich die Nachfrage aus den Golfstaaten langsam. ST geht von einer deutlichen Erholung der Hotelübernachtungen aus Saudi-Arabien aus und auch die Gäste aus den VAE sollten wieder vermehrt in die Schweiz reisen. Die Hauptreisesaison dort steht noch bevor. Dennoch dürfte das Minus aus den Golfstaaten gegenüber dem Vorjahr bei rund 30 Prozent liegen.

Asien leidet unter der Krise

Weniger rosig sieht die Nachfrage aus Asien aus. Einzig aus China dürfte im Sommer eine stabile Logiernächtezahl verzeichnet werden, während die Nachfrage aus Fernost sowie aus Indien auch in der Sommersaison weit unter den üblichen Volumen sein wird. Prognostiziert wird ein Minus von rund 18 Prozent.

«Der Buchungsrückstand für Asien und die Golfstaaten als Ganzes wird für das Jahr 2026 nicht mehr aufzuholen sein. Aber aus einzelnen Märkten wie China oder Saudi-Arabien erwarten wir eine konzentrierte Sommernachfrage ab Juli», erklärt Simon Bosshart, Leiter Märkte Ost und Mitglied der Geschäftsleitung von Schweiz Tourismus.

Parahotellerie mit deutlichem Buchungswachstum

Die Umfrage zeigt zudem grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Betrieben und Destinationen. So habe die Buchungslage insbesondere in der Vier- und Fünf-Sterne-Hotellerie über den Erwartungen der vergangenen Monate stabilisiert, während Betriebe im Drei-Sterne-Segment und darunter weiterhin von spürbaren Herausforderungen sprechen.

Ein anderes Bild zeige sich hingegen bei der Parahotellerie. Dieses zeigt ein starkes Vorzeichen für den Sommer. TCS Camping liegt beim Buchungsstand 14 Prozent über dem Vorjahr, Reka 9 Prozent und die Schweizer Jugendherbergen rund 4 Prozent.

Das spreche laut ST für die Stärke des Heimmarktes sowie für Gäste, die in unsicheren Zeiten bewusst auf nahe, verlässliche Reiseziele setzen. Das Image der Schweiz als politisch stabile und sichere Destination sei hier von grossem Vorteil.