Generationenwechsel im Rechberg 1837

Oliver Borner – 03. September 2025
Nach 3,5 Jahren übergibt Andi Bolliger die Küchenleitung im Restaurant Rechberg 1837 im Zürcher Niederdorf. Seine Nachfolge tritt eine neue Doppelspitze an: Mit Mira Luisa Labusch und Flavia Carina Niederer zwei junge Talente die kulinarische Leitung.

Nach 3,5 Jahren ist Schluss: Andi Bolliger verlässt den Rechberg 1837 und übergibt an die nächste Generation. Mira Luisa Labusch (22, rechts) und Flavia Carina Niederer (23, links) übernehmen die kulinarische Leitung des Restaurants am Zähringerplatz.

Mira war lange als Sous Chef im Rechberg tätig und lernte an der Seite von Andi Bolliger die Feinheiten des Rechberg-Handwerks. Ihre gastronomischen Anfänge machte sie zuletzt im Rosa Pulver Winterthur, wo Nachhaltigkeit gross geschrieben wird. Flavia bringt weitere frische Perspektiven mit – ihre Stationen führten sie unter anderem vom The Japanse Andermatt, damals unter Dietmar Sawyere, und zuletzt im Kultur Lokal Rank.

Nachhaltigkeit leben

«Wir haben Lust zu arbeiten, aber für die richtigen Werte. Der Rechberg ist für uns der perfekte Ort, um diese Haltung in die Zukunft zu tragen», sagen die beiden zu ihrer neuen Position. Für die beiden ist zudem klar: Themen wie Lebensmittelverschwendung oder der oft achtlose Umgang mit Ressourcen in der Gastronomie entsprechen
nicht ihrem Verständnis von Zukunft. Sie wollen für soziale Verantwortung, mentale Gesundheit, Gleichberechtigung, Klimabewusstsein und echte Nachhaltigkeit einstehen.

Dies wird seit Jahren im Restaurant Rechberg gelebt. Es kocht seit seiner Eröffnung 2016 ausschliesslich mit regionalen und saisonalen Produkten, die bereits im Jahr 1837 verfügbar waren. Alle Zutaten stammen von Schweizer Bäuerinnen und Produzenten und werden ohne künstliche Hilfsmittel verarbeitet. Mit diesem kompromisslosen Konzept hat sich das Rechberg nicht nur einen festen Platz in der Zürcher Gastroszene erarbeitet, sondern wurde auch mehrfach ausgezeichnet: Es trägt den Grünen Michelin-Stern für
Nachhaltigkeit und wurde mit 15 Punkten im Gault-Millau bewertet.