Beat Imhof ist Präsident von GastroSuisse
Beat Imhof, Präsident GastroSuisse
Wie sieht Ihr branchenspezifischer Rückblick auf 2025 aus?
Aus Sicht der Mitglieder war die Konsumstimmung zu Beginn des Jahres deutlich besser. Im Laufe des Jahres haben Zölle und die unsichere Lage die Stimmung jedoch gedämpft, sodass die Umsätze im zweiten Halbjahr leicht rückläufig waren. Es wird zunehmend schwieriger, in der Branche Geld zu verdienen. Positiv ist, dass der Mehrwertsteuer-Sondersatz für die Hotellerie verlängert werden konnte. Herausfordernd bleibt hingegen, dass die Politik den Sozialstaat weiter ausbauen möchte und die Finanzierung häufig über die Mehrwertsteuer oder Lohnabgaben erfolgt. Dies verteuert die Arbeit und wirkt sich sowohl negativ auf die Konsumenten als auch auf die Arbeitgebenden aus. Persönlich konnte ich dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit dem PoWi Team rund um Severin Hohler schnell in die politische Arbeit eintauchen. Dadurch habe ich mein Netzwerk in Bundesbern deutlich ausbauen und stärken können.
Was war auf Branchenebene Ihr persönliches Highlight 2025?
Mein persönliches Highlight war, dass ein spürbarer Ruck durch die Branche ging. Es wird zunehmend verbandsübergreifend konkret zusammengearbeitet, was sich besonders an der IGEHO gezeigt hat. Auch am Hospitality Summit wurde erstmals bei einem Event gemeinsam gearbeitet, was äusserst viele positive Reaktionen ausgelöst hat.
Wie blicken Sie auf 2026? Was erwartet die Branche im neuen Jahr?
Das Jahr 2026 wird geprägt sein von intensiven L-GAV-Verhandlungen. Ziel ist es, die Branche weiterzubringen und ihre Attraktivität zu steigern. Politisch wird die Motion Ettlin stark diskutiert, die vorsieht, dass allgemein verbindlich erklärte Gesamtarbeitsverträge kantonalen Mindestlöhnen übergeordnet sind. Es bleibt spannend, ob es zu einem Referendum kommt. Zudem möchte GastroSuisse erreichen, dass beim Thema Trinkgeld Rechtssicherheit geschaffen wird und Trinkgeld gesetzlich klar und vollständig steuerfrei wird.
Martin von Moos ist Präsident von HotellerieSuisse. (Bild: HotellerieSuisse)
Martin von Moos, Präsident HotellerieSuisse
Wie sieht Ihr branchenspezifischer Rückblick auf 2025 aus?
Ich bin stolz auf die Schweizer Beherbergungsbranche, die 2025 erneut eine Rekordzahl an Gästen empfangen und mit grosser Professionalität betreut hat. In einem herausfordernden Marktumfeld haben unsere Betriebe einmal mehr ihre Leistungsfähigkeit und Innovationskraft unter Beweis gestellt. Natürlich gab es Momente, in denen Entwicklungen schneller voranschritten, als man sie geplant hatte, sei es bei Digitalisierungsthemen oder im Umgang mit geopolitischen Veränderungen. Gerade aus solchen Situationen ziehen wir wertvolle Erfahrungen und zeigen, dass die Branche in der Lage ist, Veränderungen aktiv und lösungsorientiert anzugehen. Die Branche ist also gut aufgestellt und wir gehen mit Zuversicht ins neue Jahr.
Was war auf Branchenebene Ihr persönliches Highlight 2025?
Die Annahme der Verlängerung des MWST–Beherbergungssatzes durch das Parlament war sicher ein Highlight, vor allem auch mit welcher Deutlichkeit beide Räte dem Anliegen zugestimmt haben. Damit hat das Parlament die Bedeutung unserer Branche und deren Wertschöpfung für die ganze Schweiz erkannt und gewürdigt.
Wie blicken Sie auf 2026? Was erwartet die Branche im neuen Jahr?
Für 2026 richten wir den Blick auf die Themen, die wir als Branche aktiv gestalten können – etwa unser Image, die Fachkräftesicherung oder die politischen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig bleiben wir flexibel, um auf Entwicklungen zu reagieren, die wir weniger steuern können, wie geopolitische Entwicklungen oder wirtschaftliche Schwankungen. Unser Ziel bleibt, Chancen gezielt zu nutzen und gleichzeitig resilient und anpassungsfähig zu bleiben.
Janine Bunte ist Präsidentin der Gruppe Parahotellerie Schweiz. (Bild: Schweizer Jugendherbergen)
Janine Bunte, Präsidentin Parahotellerie Schweiz
Wie sieht Ihr branchenspezifischer Rückblick auf 2025 aus?
Die Parahotellerie blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die Nachfrage aus dem Ausland konnte gesteigert werden und die Inlandsnachfrage verblieb auf hohem Niveau. Viele neue und innovative Angebote konnte lanciert werden und auch im Bereich der Digitalisierung entwickelt sich die Branche stets weiter. Die Kombination aus nachhaltigen Investitionen, digitaler Vernetzung und breiter Markenvielfalt sichert die Bedeutung der Parahotellerie innerhalb der Schweizer Tourismuslandschaft.
Was war auf Branchenebene Ihr persönliches Highlight 2025?
Im Jahr 2025 hat sich der Verein Parahotellerie Schweiz weiter etabliert. Mit Swiss Camps, dem Verband Schweizerischer Campings, konnte der Mitgliederstamm weiter gestärkt werden. Die Zusammenarbeit innerhalb der Branche wird dadurch gestärkt und die gemeinsamen Interessen und Bedürfnisse können so noch besser gebündelt und vertreten werden.
Wie blicken Sie auf 2026? Was erwartet die Branche im neuen Jahr?
Die Reisefreude ist weiterhin hoch. Schweizerinnen und Schweizer reisen vermehrt ins Ausland. Wichtig ist deshalb, dass die Schweiz weiterhin auch für ausländische Gäste attraktiv bleibt. Die aktuelle Buchungslage ist weiterhin gut, das Buchungsverhalten jedoch kurzfristiger und die Planungssicherheit deshalb tiefer.
Martin Nydegger ist Direktor der Marketingorganisation Schweiz Tourismus. (Bild: Schweiz Tourismus)
Martin Nydegger, Direktor Schweiz Tourismus
Wie sieht Ihr branchenspezifischer Rückblick auf 2025 aus?
Der Schweizer Tourismus ist erfolgreich und darauf dürfen wir stolz sein. Das ist das Ergebnis harter Arbeit – es läuft nicht, wie gewisse Kommentatoren manchmal einwenden, «einfach von selber» so gut, womit auch alles Marketing unnötig sei. Das ist ein verheerender Irrglaube! Unsere Gäste kommen nicht «sowieso». Wir sind erfolgreich, weil sich die Branche unglaublich anstrengt. Diesen Fakt gilt es, noch viel mehr in die Öffentlichkeit, die Politik und die Medien zu tragen!
Was war auf Branchenebene Ihr persönliches Highlight 2025?
Zur UEFA Women’s EURO 2025 haben unsere Städte und die Standortförderungen perfekt zusammengespielt, einander einen Pass nach dem anderen zugeschossen, tolle Tore erzielt und am Schluss eine Medaille für «PPP (+P)», also «Public Private Partnership (+Perfection)», mehr als verdient.
Wie blicken Sie auf 2026? Was erwartet die Branche im neuen Jahr?
Was sich seit einiger Zeit verdeutlicht, bleibt auch 2026 für uns tonangebend: Wir müssen den substantiellen Nutzen des Schweizer Tourismus für eine prosperierende Wirtschaft noch intensiver hervorstreichen. Die Sorgen der Bevölkerung hinsichtlich des stark wachsenden Tourismus nehmen wir ernst, jedoch wünschen wir uns eine wahrheitsgetreue Wahrnehmung der Gesamtlage im Schweizer Tourismus.Die Öffentlichkeit muss wissen, dass unsere Hotels landesweit und im Jahresdurchschnitt nicht mal zur Hälfte gefüllt sind, Rekordzahlen hin oder her. Um allfällige Engpässe in Spitzenzeiten zu verhindern, ist unsere Arbeit im Tourismusmarketing entscheidend: «die richtigen Gäste zur richtigen Zeit an die richtigen Orte führen» – also vor allem Lenken und weniger Fördern. Die Hochsaisons und unsere Leuchtturm-Destinationen kennt man weltweit – jetzt gilt es, auch die Nebensaisons und unsere versteckten Perlen noch viel mehr in den Vordergrund zu rücken! Dies ist weder eine einfache noch eine preisgünstige Arbeit.