Die Zahl der Logiernächte sank im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,2 Prozent auf 3,2 Millionen, wie das Bundesamt für Statistik (BfS) am Mittwoch mitteilte. Überraschen kam der Rückgang allerdings nicht – erste provisorische Schätzungen hatten den klaren Rückgang bereits angezeigt.
Bei den ausländischen Gästen waren es mit 1,6 Millionen Übernachtungen 4,8 Prozent weniger. Bei den Schweizerinnen und Schweizern waren es mit ebenfalls 1,6 Millionen Logiernächten sogar 5,7 Prozent weniger.
Mit Blick auf die Herkunftsländer zeigte sich im März ein gemischtes Bild. Aus Deutschland, dem wichtigsten Auslandsmarkt, reisten zwar leicht mehr Gäste in die Schweiz. Diese blieben jedoch im Durchschnitt kürzer, sodass die Zahl der Logiernächte um gut 7 Prozent zurückging. Die Nachfrage aus den USA und aus Frankreich blieb dagegen weitgehend stabil.
Kaum Wachstum im ersten Quartal
Klar rückläufig zeigten sich im März asiatische Märkte wie China und Südkorea sowie Indien. Am stärksten brach aber der israelische Markt ein. Die Zahl der Logiernächte sank dort um mehr als die Hälfte, was wohl mit den unterbrochenen Flugverbindungen in die Region zusammenhängt. Deutlich zulegen konnten dagegen Gäste aus Saudi-Arabien: Die Zahl ihrer Übernachtungen stieg im März um rund 76 Prozent.
In den ersten beiden Monaten des Jahres hatte die Schweizer Hotellerie noch an den Rekordkurs von 2025 angeknüpft. Damals war mit 43,7 Millionen Übernachtungen ein neuer Höchstwert erreicht worden. Bis Ende Februar lag das Plus gegenüber dem Vorjahr noch bei 2,8 Prozent. Nach dem schwachen März ist das Wachstum im ersten Quartal nun aber nahezu vollständig verschwunden. Für die Monate Januar bis März resultiert noch ein minimales Plus von 0,1 Prozent.
Positiver Ausblick
Trotz minimalen Wachstums und des aktuellen Konflikts im Nahen Osten rechnet die Marketingorganisation Schweiz Tourismus (ST) mit einer stabilen Sommersaison. «Je nach Markt gehen wir allerdings von kurzfristigeren Buchungen und klaren Unterschieden zwischen den Märkten aus», sagt Martin Nydegger, Direktor von ST.
Dabei erweise sich gemäss Mitteilung der breit diversifizierte Gästemix. «Ein breiter Gästemix wirkt wie ein Portfolio: Ist ein Markt rückläufig, kompensieren andere», sagt Nydegger. 2025 setzte sich dieser aus 48,1 Prozent Inlandgästen, 28,9 Prozent europäischen Gästen und 22,9 Prozent Gästen aus Fernmärkten zusammen. Dadurch bleibe der Schweizer Tourismus sehr resilient.
Die anhaltende Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Konflikts wirke zwar hemmend auf die Nachfrage. Selbst im ungünstigsten Szenario geht ST aber von einem Rückgang der Logiernächte von maximal 8 Prozent für das Gesamtjahr 2026 aus. Im aktuellen Basisszenario wird ein leichter Rückgang von maximal 3 Prozent erwartet. In diesem Fall läge das Hotellogiernächte-Total ungefähr wieder auf dem Niveau von 2024.