Schweizer Jugendherbergen wachsen weiter

Oliver Borner – 03. März 2026
Mit 823 949 Logiernächten steigern die Schweizer Jugendherbergen 2025 ihr Volumen um 1,3 Prozent. Treiber waren neue Betriebe, Bergstandorte und eine spürbar wachsende Nachfrage aus dem Ausland.

Die Schweizer Jugendherbergen (SJH) erzielen im Geschäftsjahr 2025 insgesamt 823 949 Logiernächte. Gegenüber 2024 (813 412) entspricht dies einem Plus von 10 537 Übernachtungen oder 1,3 Prozent. Das schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung.

Der aktuelle Buchungsstand für 2026 liegt 3,9 Prozent über dem Vorjahreszeitpunkt. «Wir wachsen in einem anspruchsvollen Umfeld bewusst qualitativ und breit abgestützt. Die stabile Nachfrage aus dem Inland in Kombination mit einer deutlichen Belebung aus internationalen Märkten zeigt, dass unser Geschäftsmodell nachhaltig und zukunftsorientiert aufgestellt ist», sagt Janine Bunte, CEO der Schweizer Jugendherbergen.

Auslandsmärkte gewinnen an Gewicht

Der Anteil der Schweizer Gäste lag 2025 bei 67,4 Prozent (2024: 70,8 Prozent) und pendelte sich damit nach dem Corona-Hoch wieder auf dem Niveau von 2018/19 ein. Die effektive Anzahl Logiernächte – sowohl von den Gästen aus der Schweiz als auch jenen aus dem Ausland – lag über dem Niveau von 2018/19. Damit bleibt der Inlandmarkt die tragende Säule der Schweizer Jugendherbergen.

Die internationale Nachfrage hat nach dem pandemiebedingten Einbruch auch 2025 weiter zugenommen. Zu den wichtigsten internationalen Herkunftsmärkten zählen Deutschland vor den USA, Frankreich, Grossbritannien, Südkorea und China. Besonders ausgeprägt war das Wachstum bei Gästen aus Deutschland mit einer Zunahme von 17,8 Prozent.

Netzwerkerweiterung als Hauptwachstumstreiber

Ein Logiernächtewachstum bei den Jugendherbergen lässt sich in erster Linie auf neu eröffnete Betriebe zurückführen. Auffällig war 2025 jedoch, dass sämtliche Bergbetriebe bei Individualgästen und Familien zulegen konnten. Diese Standorte profitieren von der anhaltenden Nachfrage nach aktiven, naturnahen Ferienformen, zudem wirkten sich 2025 die verlängerten Betriebszeiten bzw. Saisonverlängerungen gewisser Bergbetriebe positiv auf die Übernachtungszahlen aus. Die Sommersaison beginnt zunehmend früher und gewinnt insgesamt an Bedeutung.

Die Struktur der Gästesegmente blieb gegenüber den Vorjahren stabil. Neben Individualreisenden (FIT) und Familien sind Schulklassen und Gruppen mit einem Gästeanteil von insgesamt 36 Prozent am Gesamtvolumen weiterhin ein tragendes Gästesegment der Schweizer Jugendherbergen.

Strategischer Ausbau in der Romandie

Mit der Eröffnung der Jugendherberge in Martigny wurde 2025 die Präsenz in der Westschweiz weiter gestärkt. Mitte Juli 2026 folgt ein weiterer Meilenstein mit der Eröffnung eines Neubaus in Genf, der auch ein öffentlich zugängliches Restaurant unter der Marke Yoummi umfasst. Für den Sommer 2027 ist die Inbetriebnahme der Jugendherberge in Neuchâtel geplant.

«Der gezielte Ausbau in der Romandie dient der regionalen Verdichtung des Netzwerks und erschliesst zusätzliche Nachfrage in urbanen sowie international geprägten Märkten», sagt Janine Bunte.