Im 2025 hat die Icomos-Arbeitsgruppe «Historische Hotels und Restaurants» eine umfassende Standortbestimmung vorgenommen.«Die Auszeichnung ist in Fachkreisen seit Langem etabliert und anerkannt, nun bietet sich die Chance, ihre Wirkung auch über diese Kreise hinaus weiter zu entfalten», schreibt das Co-Präsidium in einer Mitteilung. Neben der traditionell hohen Bedeutung der baulichen Qualität rückten zunehmend auch Aspekte wie authentisches, qualitativ hochstehendes und nachhaltiges Gästeerlebnis, Service, regionale Vernetzung und Innovationskraft in den Fokus.
Der geplanten Neuausrichtung und dem neuen Namen «Baukultur & Gastfreundschaft» liegt gemäss Mitteilung eine Konzeption zu Grunde, die in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften erarbeitet wurde. «Mit dem neuen Namen ‹Baukultur & Gastfreundschaft› machen wir gelebte Baukultur in Hotels und Restaurants sichtbarer: gelebte Baukultur, die historische Authentizität und Gastfreundschaft und somit Vergangenheit und Gegenwart verbindet. Die Neuausrichtung eröffnet neue Perspektiven und macht die Icomos-Auszeichnung noch relevanter für die Zukunft», sagt Prof. Stefan Forster, der die Analyse- und Konzeptionsarbeiten eng begleitet hat.
Auszeichnung im Zweijahresrhythmus
Künftig will die Jury Betriebe selbst nominieren und so die Qualität und Vielfalt der Auswahl erhöhen. Zudem ist vorgesehen, thematische Schwerpunkte, die aktuelle Fragestellungen an der Schnittstelle von Denkmalpflege, Tourismus und Gastronomie/Hotellerie aufgreifen, zu setzen.
Geplant ist, dass neu im Zweijahresrhythmus Hotels und/oder Restaurants ausgezeichnet werden, um Ressourcen zu bündeln und eine stärkere öffentliche Wirkung zu erzielen. Zudem sieht das Konzept vor, dass jedes gewählte Schwerpunktthema durch ein Begleitprogramme mit Veranstaltungen, Publikationen und einem einfachen Monitoringsystem vertieft wird, welches die Wirkung und Entwicklung dokumentiert.
Ball liegt beim Seco
Das Ziel dieser Neuausrichtung ist gemäss der Präsidentin von Icomos Suisse Sabine Nemec-Piguet klar: «Baukultur & Gastfreundschaft» soll sich weiterhin als führende Auszeichnung in den Sektoren Denkmalpflege, Gastronomie und Hotellerie der Schweiz etablieren.
Auch in Zukunft sollen Betriebe für ihren sorgfältigen und nachhaltigen Umgang mit ihrem historischen Erbe gewürdigt werden. Der nächste Schritt im Prozess der Neuausrichtung ist die Einreichung eines Innotour-Projektes beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco).