Der Tag von Teresa Rodrigues beginnt um sieben Uhr morgens in den eigenen vier Wänden in Horw LU. Damit ihre beiden Kinder nicht allein zu Hause sind, bevor der Schulalltag beginnt, startet sie den Tag im Homeoffice. Dort teilt sie ihrem Team im Ameron Luzern Hotel Flora die Aufgaben zu. Die leidenschaftliche Gouvernante ist mit ihren Kolleginnen für die 161 Zimmer des 4-Sterne-Hotels verantwortlich. Sobald Rodrigues im Büro ankommt, klebt sie die Fotos ihrer Arbeitskolleginnen auf eine Personalplanungswand. So weiss jede, was sie zu tun hat. Gestaffelt treffen die Frauen ein, schnappen sich ein Tablet und starten mit der Arbeit.
Rund 17 Zimmer sind pro Mitarbeiterin eingeplant. Die Reinigung eines Zimmers dauert im Schnitt 25 Minuten. «Im nächsten Jahr möchten wir die Qualität noch weiter steigern und die Anzahl der Zimmer auf 15 reduzieren», erklärt Rodrigues. Ein Grossteil ihres internationalen Teams ist bereits mehrere Jahre im Ameron Luzern Hotel Flora beschäftigt und kennt die Aufgaben und Abläufe im Schlaf. Trotzdem kontrollieren Rodrigues oder ihre Stellvertreterin jeden Tag auf einem Durchgang jedes Zimmer und geben es für die Rezeption frei.
«Die Sauberkeit in einem Hotel ist für den Erfolg des Hauses extrem wichtig», erklärt Jessica Ternes, General-Managerin des Ameron Luzern Hotels Flora. Deshalb werden jeden Tag die Gästebewertungen nach dem Aufenthalt kontrolliert. «Unser Ziel ist es, bei der Sauberkeit 90 Prozent zu erreichen. Gestern hatten wir 94 Prozent. Das ist sehr gut», sagt Rodrigues stolz. Und das, obwohl das Haus gerade umgebaut wird und die Bauarbeiten neben dem normalen Betrieb laufen. Teresa Rodrigues und ihr Team sind den ganzen Vormittag stark ausgelastet und stellen in den Zimmern, Gängen und öffentlichen Bereichen des Hotels sicher, dass alles ordentlich und sauber ist.
«Als ich im Jahr 2006 in die Schweiz gekommen bin, habe ich meine Gouvernante nicht verstanden. Heute bin ich als Executive Housekeeper für ein Team von 23 Mitarbeitenden verantwortlich», erklärt Teresa Rodrigues. (Bild: Jannis Hagels)
Das Housekeeping ist überall
Die Arbeit dieser Frauen ist weit mehr als «nur» Zimmer putzen. Immer wieder klingelt bei Rodrigues das Telefon, und irgendeine Abteilung benötigt irgendetwas von der Gouvernante. Sei es Laura von der Reception mit einem Kaffeefleck auf der Bluse oder Camila vom Social-Media-Team, die zwei Kerzen für ein Reel benötigt. Es ist für alle da. Das Housekeping putzt die Toiletten und Böden im Restaurant, es wäscht und bügelt die Uniformen der gesamten Belegschaft, und es reinigt und bereitet die Zimmer für die Gäste vor. Fast überall ist Housekeeping drin. Auch Liuva Rodriguez (29), Front Office Supervisorin im Ameron Luzern Hotel Flora, unterstreicht die Relevanz des Housekeepings: «Housekeeping ist alles für uns, von Anfang bis Ende ist es der wichtigste Teil in unserem Hotell.»
Die Zusammenarbeit mit dem Team funktioniere sehr gut und konnte durch das gemeinsame System verbessert und automatisiert werden. «Sobald ein Zimmer bereit ist, sehen wir es und können den Gast informieren», erklärt die Receptionistin. Die einzige Herausforderung bei der Zusammenarbeit sei teilweise die Sprache. «In unserem Hotel gibt es viele verschiedene Sprachen und Kulturen, und da kommt es teilweise zu Verständigungsproblemen», so Rodriguez.
Versuchen, einander zu verstehen
Für Teresa Rodrigues ist dies auch eine Chance. Sie plädiert in ihrem Team, wie auch im restlichen Hotel, für einen verständnisvollen Umgang miteinander. «Wenn die Mitarbeitenden unterschiedliche Sprachen sprechen, ergibt sich daraus die Möglichkeit, sich auf anderem Wege zu verständigen», erklärt sie. Dies bedeute für sie und das Team, klare Arbeitsabläufe zu schaffen, sich in Geduld zu üben und das eine oder andere mehrmals zu erklären, bis die jeweilige Kollegin sich die nötigen Kompetenzen angeeignet hat. Denn wer mutig sei, könne alles lernen.