Dass sich das Brunchangebot von Berlin bis Zürich in den letzten Jahren stark erweiterte, ist nicht neu. Allein in Zürich gibt es heute Dutzende Orte, um sich am Wochenende an einem reichhaltigen Buffet zu verpflegen. Die Konkurrenz ist gross. Neue Formate sind gefragt, um sich abzuheben.
Kürzlich ging sonntags im Restaurant Neni im 25hours Hotel an der Langstrasse in Zürich die Veranstaltungsreihe «Battle of the Winemakers Brunch» um 13 Uhr in die zweite Runde. Das Motto: «Same Same But Different – Chardonnay». Zum Buffet mit Müeslivariationen, Früchten, Hummus, Lachs, Brot, Käse aus dem Zürcher Oberland und Austern (!) können die Gäste zusätzlich Eierspeisen bestellen, Sauerteigbrot mit Erdnussbutter und Banane, israelische Klassiker wie Shakshuka mit zwei Bioeiern oder Falafel mit Sojatahini oder Waffeln.
Eine halbe Stunde später geht es von der Schlacht am Buffet zur Schlacht um die Weine: Artim Ibraimi von Landolt Weine, der die Sparte Gastronomie unter sich hat, stellt dreimal je zwei Chardonnay-Weine vor. Den Auftakt machen die Schaumweine Züribieter Blanc de Blancs Brut von Landolt gegen den Südtiroler Blanc de Blancs Extra brut der Weingenossenschaft Kurtatsch. Die Brunchteilnehmer stimmen jeweils mit Handerheben für ihren Favoriten ab: 8 Stimmen gehen an das Zürcher Weinland, 11 ins Südtirol.
In der zweiten Runde gehen 7 Stimmen an den Teresa Manara 2024 des Weinguts Cantele (süditalienischer Chardonnay). 13 Stimmen vereint der Chardonnay Haardt 2024 aus der Pfalz von Oliver Zeter. Schlussrunde 3: 11 Stimmen für den Par Les Deux 2023 aus der Pfalz (ein burgundischer Chardonnay), gegenüber 8 Stimmen für den Chablis 1er Cru Montmains 2023.
Gemütlichkeit steht im Vordergrund
Lukas Meier, Hoteldirektor der beiden 25hours-Häuser in Zürich, sagt: «Wir möchten immer wieder einen neuen Anreiz schaffen, das Neni zu besuchen. Mit dem Brunch Battle of the Winemakers laden wir einmal im Monat dazu ein, Weingenuss auf eine neue, ungezwungene Art zu erleben und nehmen unsere Gäste mit auf eine kulinarische Entdeckungsreise, bei der sie nicht nur probieren, sondern auch vergleichen, diskutieren und ihren Favoriten küren können.»
Bei der Premiere im Oktober 2025 lautete die Formel Franciacorta gegen Champagner.» Wenig überraschend: Der Anlass mit den Schaumweinen, die in der Gastronomie besonders gut nachgefragt werden, sorgte für mehr Gästeaufkommen als Chardonnay. «Unsere Veranstaltungen sind keine Schulungen. Wir möchten gemeinsam einen gemütlichen Nachmittag verbringen», betont Restaurantleiter Raphael Wagner, der in dieser Funktion seit September 2024 in Zürich arbeitet.
Die Adventszeit und der viel zitierte «Dry January» sorgen dafür, dass das neue 25hours-Format in eine kurze Pause geht. Der «Kampf» wird am Sonntag, 22. Februar 2026 wieder aufgenommen. Dann heisst es «Weine aus der Neuen Welt». «Mit Südafrika, Neuseeland und ein paar Ländern, die wir noch nicht verraten», sagt Ibraimi. Der Brunch inklusive Weindegustation kostet j79 Franken pro Person und endet kurz nach 16 Uhr. Zu gewinnen gibt es unter den Gästen eine Flasche Wein nach Wahl (von den degustierten Chardonnays) sowie ein Abendessen im Neni für zwei Personen ohne Getränke.