Der gemeinsame Austausch findet einmal pro Jahr statt. «Dieser Anlass ist wichtig, um zu erfahren, wo bei den Mitgliedern der Schuh drückt», sagt GastroSuisse-Direktorin Kareen Vaisbrot. Auch die Teilnehmenden schätzen diesen Anlass. Sie erhalten nicht nur die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen, sondern auch ihre Anliegen beim Dachverband direkt zu platzieren. «Hier bekomme ich Informationen en bloc von GastroSuisse und einen direkten Draht zur Direktion», sagt Daniel Villiger, Geschäftsleiter Gastro Kanton Zürich.
Ein volles Programm
Der Tag im Kursaal Bern beginnt mit einer kurzen Begrüssung von Kareen Vaisbrot. Sie springt souverän zwischen Deutsch und Französisch hin und her, damit auch die Gäste aus der Romandie lückenlos abgeholt werden. Ein neues Übersetzungstool Wordly wird getestet – «nur bedingt funktionierend», wie mehrere Schmunzler im Saal verraten. Damit alles verstanden wird, sind zwei Übersetzerinnen anwesend, die alle Inputs professionell übersetzen. Vaisbrot betont die wirtschaftliche Bedeutung des Gastgewerbes und unterstreicht: «Es liegt in unserem Interesse zuzuhören und umzusetzen.»
Die rund 40 Anwesenden erwartet ein Programm voller strategischer Weichenstellungen. Kareen Vaisbrot geht auf die einzelnen Punkte der Strategie ein und erklärt das Engagement des Branchenverbands in den verschiedenen Themen wie Politik, Nachwuchsmarketing oder Kommunikation. Für die Direktorin ist die Nähe zu den Kantonen zentral: « So erhalten wir konkrete Rückmeldungen, was wir in der Verbandsarbeit verbessern können.» Denn das Ziel sei es nicht mehr zu machen, sondern besser. «Wenn ihr seht, wo Verbesserung möglich ist, kommt auf uns zu», ruft Vaisbrot die Anwesenden auf.
Besonders greifbar wird der Austausch an den Thementischen. Im 15-Minuten-Takt rotieren die Gruppen, an jedem Tisch wird engagiert diskutiert, gelacht und berichtet. Die Gespräche reichen von Gleichstellungsfragen über Erfahrungen mit Zahlungssystemen bis hin zu alltäglichen Herausforderungen der Mitglieder. Hier zeigt sich, wie wichtig dieser direkte Austausch ist.
Inhaltlich setzen die Partnerinputs klare Akzente. Bianca End beispielsweise erklärt die sicheren Zahlungslösungen von Nexi. Carla Kaufmann von Equality for Tourism (E4T) spricht über strukturelle Gleichstellung, belegt mit Zahlen und Praxisbeispielen. Viele sind beeindruckt, dass gemischte Führungsteams resilienter sind.
Gemeinsam für die Mitglieder
GastroSuisse Präsident Beat Imhof erinnert in seiner Ansprache daran, wie wichtig die gemeinsame Umsetzung ist: «Wir müssen Kräfte bündeln. Gemeinsam haben wir mehr Power.» Ein einheitlicher nationaler Auftritt von GastroSuisse, stärker vernetzte Kampagnen und ein klarer Fokus auf den Nutzen für die Mitglieder sollen diesen Weg stärken.
Nach dem Mittagessen sorgt ein Quiz für Auflockerung, bevor am Nachmittag weitere Inputs folgen. Alexander Pabst von United against Waste – GastroSuisse ist hier Gründungsmitglied – zeigt die wirtschaftlichen Vorteile von der Reduktion von Lebensmittelverschwendung auf. Schweiz Tourismus stellt die gemeinsame Kampagne Culinary Grand Tour of Switzerland vor, und GastroSocial gibt einen Einblick in Entwicklungen bei Vorsorge und Administration.
An einem weiteren Workshop am Nachmittag tauschen sich die Teilnehmer über die Mitgliederadministration aus. Dieser Workshop zeigt, dass der Tag weit mehr ist als ein jährliches Treffen. Er ist ein Ort, an dem Herausforderungen offen angesprochen und Lösungen gemeinsam gedacht werden. Oder wie Susanne Rüfenacht, Vizepräsidentin von GastroGlarnerland, es passend zusammenfasst: «Man liest vieles. Heute bekommen wir vertiefte Informationen, die wir direkt an die Mitglieder weitergeben können.»