Rebecca Clopath verrät ihre Zukunftspläne

Fabrice Müller – 18. September 2025
An der 13. Baselbieter Genusswoche lud GastroBaselland zum Podiumsgespräch mit der Bündner Naturköchin Rebecca Clopath. Sie gab einen spannenden Einblick in ihre Philosophie der «Ess-Wahrnehmungen», für die 90 Prozent der Zutaten aus der unmittelbaren Umgebung stammen.

Etwa eineinhalb Monate benötigen sie und ihr Team, um eine neue neungängige Menüabfolge zu kreieren. Insgesamt vier Personen arbeiten an einem Menü; weitere sechs bis acht Mitarbeitende wirken im Service und in anderen Bereichen des Betriebs mit. Um die Philosophie einer ganzheitlichen Naturküche weiterzugeben, bietet die Unternehmerin zudem Praktikumsplätze an. Sie richten sich an interessierte Köchinnen und Köche, aber auch an andere Personen, die mit Herzblut das Kochhandwerk pflegen. «Wir wollen nicht nur das Handwerk der Naturküche, sondern vor allem auch die Philosophie und das Gefühl, das hinter unserer Arbeit steckt, vermitteln», erklärte der Podiumsgast.

Salz und Honig in der Naturküche

Wie setzt Rebecca Clobath Salz und Honig, das Motto der diesjährigen Baselbieter Genusswoche, in ihrer Küche ein? Sie beziehe das Salz vom Salzbergwerk in Bex VD, wo das Salz zum Teil noch nach alter Tradition gewonnen und verarbeitet werde. «Wenn wir mit Wildpflanzen kochen, verwenden wir meist nur wenig Salz. Generell braucht es für natürliche Zutaten, die über ein volles Aroma verfügen, weniger Salz als bei schnell gezüchteten Lebensmitteln.» Eine Spezialität aus der Küche von Clopath ist zum Beispiel die Rande in einer Kruste aus Salz und Eischnee, gegart im Ofen. Beim Honig verwies die Naturköchin auf die unterschiedlichen Geschmacksaromen je nach Höhenlage. «Wir arbeiten punktuell mit Honig, zum Beispiel für unsere alkoholfreien Getränke, für das Sorbet mit Kamillenöl und Honig-Sud oder zum Käsegang mit Butter und Brot.»

«Flying Dinner» mit Lernenden

Nächstes Jahr wird Rebecca Clobath voraussichtlich die letzte Ess-Wahrnehmung durchführen, wie sie am Podium verlauten liess. Sie verriet dem Publikum, wohin ihre Reise künftig möglicherweise gehen könnte: «Ich tüftle seit Längerem an alkoholfreien Getränken. Das ist ein spannender Wachstumsmarkt.» Ausserdem wolle sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergeben. Ein Gericht sei wie ein Lied, das sich immer wieder verändere und von einer neuen Seite zeige.

Nach dem Podium wartete ein «Flying Dinner» auf die Gäste. Koch- und Servicelernende aus vier Klassen kreierten und servierten kleine, feine Köstlichkeiten mit Salz und Honig auf dem Feuerring.