Das Restaurant Pumpstation am Utoquai in Zürich ist eine echte Institution. Seit 1998 führt der Gastronom Michel Péclard mit der Pumpstation GmbH das Open-Air-Restaurant beim Wasserpumpenhäuschen äusserst erfolgreich. Geht es nach der Stadt Zürich, soll diese Erfolgsgeschichte möglicherweise ein Ende haben. Sie will die Pacht für die Beiz per 2028 neu ausschreiben.
Für Betreiber Péclard ist diese Nachricht ein Schock, wie er gegenüber dem GastroJournal sagt. «Hier hat alles angefangen. Die Gastro-Gruppe Pumpstation wurde hier geboren und wurde zu dem, was sie heute ist. Seit 1998 haben wir mit der Pumpi über 600 Jobs geschaffen. Wir haben Migranten eine Zukunft im Gastgewerbe ermöglicht und eine Kochausbildung für Menschen etabliert, die keine klassische Lehre absolvieren können. Zudem haben wir den WC-Pavillon für 700 000 Franken komplett ausgehöhlt und neu ausgebaut.» Die Stadt habe dabei keinen Rappen bezahlt und lange von der Bewirtschaftung des Restaurants profitiert.
Muss ein Fussballverein auch umziehen?
Besonders die Richtlinien der neuen Pachtvergabe stösst den Betreibern sauer auf. Während das städtische Gewerbekonzept festhält, dass Verträge «langfristige Perspektiven eröffnen» sollten, existieren für die Vergabe von Gastronomiebetrieben keine leicht zugänglichen Regelungen. In einer Mitteilung verweisen die Betreiber darauf, dass in anderen Branchen wie dem Gewerbe oder bei Sportstätten Mietverhältnisse gewöhnlich ohne regelmässige Neuausschreibungen fortgeführt werden.
Das wirft bei Péclard Fragen auf: «Wird einem Schreinerbetrieb, der in einem von der Stadt vermieten Gewerbebetrieb in der Altstadt einfach nach 15 Jahren gekündigt und der Mietvertrag neu ausgeschrieben? Kaum. Oder werden Mieter, die in einer chicen Stadtwohnung an der Schipfe wohnen, einfach so rausspediert, weil jetzt mal andere dran sind? Wohl eher nicht. Oder soll etwa der FCZ, der auf dem stadteigenen Letzigrund spielt, das Feld räumen, weil nach Jahrzehnten jetzt mal der FC Wiedikon dran ist?»
Péclard gibt nicht auf
Gegenüber dem Blick bestätigt die Stadt Zürich die bevorstehende Neuausschreibung. Sie begründet diese mit dem auslaufenden Mietvertrag per Ende 2028. «Gleichzeitig läuft die Konzession aus und muss erneuert werden. Gemäss Wettbewerbskommission ist eine Neuausschreibung auf diesen Zeitpunkt hin zwingend.» Interessierte können sich damit Anfang 2028 für eine Pacht in der Pumpstation bewerben. Eine Neuvermietung sei auf Sommer 2029 geplant.
Auch Michel Péclard will sich erneut um die Pacht bewerben. «Wir können uns unser Herz nicht einfach so aus der Brust reissen lassen. Aber wir kennen das Spiel der Stadt. Man sagt inoffiziell, dass der Péclard ja schon genug Beizen habe. Wir haben seit Jahren keine der zig städtischen Ausschreibungen mehr gewonnen, an denen wir teilgenommen haben.»