Grosse Ehre für GastroGraubünden gestern in Zürich: An den Swiss HR Awards wird die Kampagne «Hesch z'Züg zum?» in der Kategorie «Attracting Talents» mit einem Preis ausgezeichnet. Die Jury überzeugte an dem Projekt das Zusammenspiel von digitaler Innovation, Gamification, physischer Präsenz in den Betrieben und einer
ehrlichen Kommunikation, die nicht beschönigt, sondern einlädt.
«Diese Auszeichnung gehört der ganzen Branche», sagt Franz Sepp Caluori, Präsident von GastroGraubünden. «Sie zeigt, dass die Gastronomie und Hotellerie attraktive Arbeitgeber sind und dass wir den Mut haben müssen, das auch zu zeigen.» Der Award sei ein Signal weit über die Branche hinaus: Graubünden zeige der Schweiz, dass kreative Ideen auch auf strukturelle Probleme eine Antwort finden könnten.
«Es ist eine grosse Wertschätzung für die Arbeit unseres Verbands über die letzten Jahre», ergänzt Marc Tischhauser, Geschäfsführer von GastroGraubünden. Zum Sieg, der mittels lautestem Applaus aus dem Publikum ermittelt wurde, trugen unter anderem die Delegationen von GastroSuisse und GastroKanton Zürich bei, die für die Awardshow extra an die Messe in Oerlikon pilgerten. «Ein grosses Zeichen dafür, dass unsere Arbeit auch ausserhalb unseres Kantons geschätzt wird», so Tischhauser.
Vom Bierdeckel zum Traumjob
Die Gastronomie-, Hotellerie- und Tourismusbranche im Kanton Graubünden kämpf seit Jahren mit Personalmangel. In einem Kanton, der stark von Tourismus abhängig ist, ist der Druck auf die Betriebe bei der Suche nach Personal deswegen sehr hoch. Beim Branchenverband GastroGraubünden war daher klar: «Wir mussten handeln und wollten zeigen, dass unsere Branche mehr zu bieten hat, als viele denken», sagt Tischhauser.
Einen dieser neuen Wege beschreitet der Verband seit einigen Jahren mit der GastroStory. Die Idee dahinter ist einfach: Viele Menschen, die in der Gastronomie oder im Tourismus arbeiten könnten, suchen gar keinen Jobwechsel – zumindest glauben sie das. GastroGraubünden will genau diese Menschen erreichen. Nicht mit einer klassischen Stellenanzeige, sondern dort, wo sie ohnehin sind: beim Znacht im Restaurant, beim Kaffee im Hotel oder während der Fahrt mit der Bergbahn.
Wer in einem Bündner Restaurant auf den GastroStory-Bierdeckel schaut oder in einer Hotellobby einen Tischaufsteller sieht, findet einen QR-Code. Wer diesen scannt, landet auf der Webseite «Swipe4Job». Ein kurzes Online-Quiz, das wie eine Dating-App funktioniert: Swipe nach rechts oder links, und nach ein paar Klicks erfährt man, was in einem steckt. «Du bist ein Multitalent» oder «Du hesch z'Züg zum Küchenstar» und dazu gleich die passenden offenen Stellen in einem der rund 300 Bündner Betriebe, die bei der Kampagne mitmachen.
Annerkennung für die Branche
Das Konzept kommt an. Allein 2025 wurde die GastroStory rund 1,8 Millionen Mal am Point of Sale – also direkt vor Ort in den 300 teilnehmenden Betrieben – gesehen und über 770 000 Mal online. Zudem haben mehr als 2 000 Menschen das Quiz «Swipe4Job» gespielt. Der Kampagnenfilm, gedreht im Herbst 2024 in Arosa mit rund 100
Statistinnen und Statisten, wurde rund 30 000 Mal aufgerufen. Seine Botschaft ist klar: «Du machsch dr Unterschied.»
2026 ist die GastroStory nun mit dem Slogan «Hesch z'Züg zum?»unterwegs. «Wir sind zufrieden mit dem Start. Nach den Bergregionen erfolgt der Start nun in der Region Chur», so Tischhauser. Gut möglich also, dass es das nächste erfolgreiche Kampagnenhighlight wird.