Kaum hat sie begonnen, ist sie schon fast wieder vorbei: die Fussball-WM 2026. Seit dem 11. Juni spielen 48 Mannschaften in den USA, Mexiko und Kanada um den begehrten Weltmeistertitel.
Das zieht die Fans in der Schweiz in Massen vor die TV-Geräte. Alleine den WM-Viertelfinal zwischen der Schweiz und Argentinien in der Nacht auf vergangenen Sonntag verfolgten gemäss SRF 830 000 Personen live auf SRF zwei. Das Interesse und die Euphorie für den Grossevent sind offensichtlich riesig – trotz der Anspielzeiten, die, zu Schweizer Zeit, teilweise mitten in der Nacht liegen.
Gute Umsätze, positive Bilanz
Das spüren auch die vielen Gastronomie- und Eventbetriebe, die in den letzten fünf Wochen regelmässig Public-Viewings veranstalteten. «Unser Public-Viewing war über die ganze WM hinaus sehr beliebt», sagt Manuela Zanni vom Frau Gerolds Garten in Zürich. Bei einzelnen Spielen, vor allem der Schweiz, mussten sogar Gäste abgewiesen werden, da schlicht kein Platz mehr vorhanden war. Das hat der Betrieb jeweils über Instagram kommuniziert. Die Anspielzeiten hätten kaum Einfluss auf die Gästezahlen gehabt.
Ähnlich sieht die Bilanz in Luzern aus: «Wir sind sehr zufrieden mit der Auslastung und dem Umsatz während der WM», bilanziert Simon Märki von der Sunset Bar in Luzern. Das schöne Wetter der letzten Wochen habe zahlreiche Gäste an den See und in die Bar mit ihren 600 Sitzplätzen gezogen.
Ebenfalls zufrieden zeigt sich die Bar Gare du Nord in Basel, die stets zwischen 100 und 160 Gäste während ihrer Public-Viewings begrüssen durfte. «Obwohl wir nur die Spiele mit Schweizer und deutscher Beteiligung zeigten, war das Interesse sehr hoch», bilanziert Co-Geschäftsleiterin Ursula Freiburghaus. Auch in Bezug auf den Umsatz war die WM ein voller Erfolg. Alle befragten Betriebe sprechen «von guten bis sehr guten Umsatzzahlen» mit Mehrumsätzen von zehn bis 15 Prozent.
Trotz der positiven Bilanz brachten unter anderem die Anspielzeiten der Spiele Herausforderungen mit sich. «Diese erforderten von allen Mitarbeitenden mehr Mitdenken», sagt Laura Calchini vom Alten Tramdepot in Bern, wo 43 Spiele gezeigt wurden. Man habe sich untereinander besser absprechen und mögliche andere Events und den Service im Restaurant und im Biergarten genauer planen müssen. Dies habe nach kurzer Eingewöhnungszeit aber sehr gut funktioniert.
Der Endspurt läuft
Für die Betriebe und die Spieler läuft nun die letzte Woche der Fussball-WM. Wer sich den Titel holt, wird am kommenden Sonntag in New Jersey entschieden. Einen Sieger gibt es hierzulande allerdings schon: die Gastronomie.