186 von 196 Delegierten finden sich zur Delegiertenversammlung (DV) von GastroSuisse im Casino von Montreux ein, wo der Regen die Sonne ablöst. Präsident Beat Imhof begrüsst das Gastroparlament mit den Worten: «Das Wetter spielt nicht mit. Aber wir Gastronomen haben die Sonne im Herzen.»
Gummistiefel für Beat Imhof
Gastgeber Gilles Meystre, GastroSuisse-Vizepräsident und Präsident von GastroVaud, kontert in seiner Ansprache: «End- lich, endlich findet unsere Delegiertenversammlung auf waadtländischem Boden statt. Wir mussten die Veranstaltung aufgrund der Pandemie 2020 und 2021 verschieben. Unser Präsident ist ein Magnet. Er hat eine starke Anziehungskraft auf Wolken und Regen. Wenn er nicht da ist, zirpen die Grillen. Wenn er hier ist, kriechen die Schnecken.» Damit spielt Meystre darauf an, dass der Präsident von Gastro-Suisse mit seiner Präsenz offenbar das schlechte Wetter anzieht – und erhält von Meystre ein paar Gummistiefel.
Nach dem unterhaltsamen Referat ist es an FDP-Staatsrat Frédéric Borloz, die Delegierten anzusprechen. Gerade in einer Zeit, die von Kriegen geprägt ist, sei das Gastgewerbe als Treffpunkt sehr wichtig für die Moral der Bevölkerung.
Präsident Beat Imhof sagt in seinem Jahresrückblick: «Das prägendste Ereignis war die Neubesetzung der Direktion von GastroSuisse. Seit dem 1. November 2025 treibt Kareen Vaisbrot uns alle an. Es ist eine Freude, mit ihr zusammenzuarbeiten.» Auf der Bühne zeigt sich, wie gut sich der Präsident und die Direktorin nach nur gut einem halben Jahr Zusammenarbeit schon verstehen.
Imhof erwähnt mehrere politische Vorlagen, die aktuell sind. «Am meisten interessiert derzeit die Abstimmung über die 10-Millionen-Schweiz. Trotz der Nein-Parole haben wir betont, dass viele Dinge nicht so laufen, wie sie sollten», sagt Imhof. Es könne beispielsweise nicht sein, dass gegen 70 000 Flüchtlinge Sozialhilfe beziehen, obwohl sie arbeitsfähig seien. «Für die Branche gibt es Integrationsmassnahmen mit rund 40 Projekten. Kaum jemand hat die Übersicht.»
Direktorin Kareen Vaisbrot resümiert in ihrem Jahresbericht: «Ich durfte in den letzten Monaten rasch spüren, was GastroSuisse ausmacht: Engagement, Fachwissen, Nähe zur Branche und eine Geschäftsstelle, die auch in bewegten Zeiten verlässlich arbeitet. Ich bin stolz auf unsere Branche und stolz auf unsere Berufe!»
Lobende Worte von René Kaufmann
Die Delegierten scheinen mit der Führung ihres Verbandes sehr zufrieden zu sein und stimmen allen Anträgen einstimmig zu. René Kaufmann, im Vorstand von Gastro Kanton Zürich, lobt: «Das war eine gelungene und effiziente Delegiertenversammlung, die schon nach 1 Stunde und 45 Minuten vorüber war. Ich habe dabei die gelebte Zweisprachigkeit sehr geschätzt.»
Erstmals überhaupt findet im Anschluss an eine DV ein Podiumsgespräch statt. Unternehmer Mathias Faigaux, Restaurateur und Präsident von Gastro-Lausanne, Alexandre Belet, sowie Bilal Assad von GastroNeuchâtel diskutieren über die Zukunft der Gastrobranche im Jahr 2036.
Wie es sich für die wichtigste Veranstaltung von GastroSuisse gehört, darf das Kulinarische nicht fehlen. Gilles Meystre hat sich persönlich dafür eingesetzt, dass bereits mittags Spezialitäten aus dem Waadtland aufgetragen werden – auch in flüssiger Form. Im Fairmont Le Montreux Palace wird der Tag mit einem denkwürdigen Galadinner abgeschlossen.
136. Delegiertenversammlung
Die nächste Delegiertenversammlung (DV) von GastroSuisse richtet erstmals GastroAargau unter Präsident Bruno Lustenberger aus. Die DV findet am Dienstag, 25. Mai 2027, in Baden statt.