Andreas Isoz, Inhaber und Geschäftsführer (links) und Oliver Isoz, Leiter Administration
Andreas Isoz (42) trägt die Verantwortung für zwei Restaurants – das Steakhouse Bahnhof und das Winzerhaus –, ein Cateringunternehmen sowie eine Eventagentur. Mit rund 80 Mitarbeitenden werden jährlich rund 150 interne und externe Veranstaltungen sowie etwa 100 000 Gäste betreut. Er übernahm das Unternehmen am 1. Januar 2026. Zuvor war er während mehr als zehn Jahren als Geschäftsführer des Steakhouse Bahnhof tätig. Dieser Betrieb bildet den Ursprung und das Herzstück des Unternehmens. Das Steakhouse serviert jeden Mittag und Abend saftige Fleischspezialitäten, die auf dem offenen Feuer grilliert werden. «Auf 300 Grad Celsius heisser Buchenholz-glut wird bei uns nach Wunsch und Geschmack grilliert», erklärt Isoz. Das Steakhouse sei mittags und abends mit täglich rund 150 Gästen gut besucht und seit Jahren über die Region hinaus für die Fleischspezialitäten bekannt.
Investitionen in Digitalisierung
«Operativ hat sich mit der Übernahme praktisch nichts verändert», sagt der neue Inhaber. Auch bei den Mitarbeitenden nicht. Sein Bruder Oliver Isoz (37) ist ebenfalls bereits seit 2023 als Leiter Administration an Bord. «Unser Ziel war eine möglichst reibungslose Nachfolge», erklärt Andreas Isoz. Die Nachfolge-
regelung von Urs Koffel und Caroline Biel sei bereits rund zehn Jahre vor der Übergabe geplant worden. Klare Absprachen innerhalb der Eigentümerfamilie, die enge Zusammenarbeit mit der Bank sowie eine schrittweise Übergabe seien dabei zentrale Erfolgsfaktoren gewesen. «Urs und Caroline haben bis zum letzten Tag so investiert, als würden sie das Unternehmen noch jahrzehntelang weiterführen», so Andreas Isoz. Dazu gehörten insbesondere kontinuierliche Investitionen in die Digitalisierung, die seit Jahren ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensentwicklung sind.
«Mehr Zeit für die Gäste»
«Bei jeder Investition prüfen wir, ob sie unsere Abläufe verbessert und Ressourcen schont», betont Oliver Isoz. Dabei verfolgt das Unternehmen konsequent dieselben Ziele: Prozesse vereinfachen, Mitarbeitende entlasten, die Qualität steigern und Freiräume für wertschöpfende Tätigkeiten schaffen. «Wenn unser Team durch eine Investition mehr Zeit für die Gäste und den Service am Tisch hat, dann sei das Ziel erreicht», so Isoz. Diese Grundhaltung habe sich bewährt. Denn Digitalisierung sei kein Selbstzweck. «Wenn ein schlechter Prozess digitalisiert wird, bleibt er ein schlechter Prozess – einfach in digitaler Form», so zitiert Isoz den ehemaligen CEO der deutschen Telekom. Deshalb werde zunächst das eigentliche Problem identifiziert, anschliessend der gesamte Prozess analysiert und erst danach entschieden, wie dieser digitalisiert werden kann. Hier seien die beiden auf ehrliche Rückmeldungen aus dem Team angewiesen.
Ein partizipativer Führungsstil
Veränderungen setzen die beiden Inhaber schrittweise um. Wann immer möglich, werden die Mitarbeitenden in den Veränderungsprozess einbezogen. Widerstände würden ernst genommen, Fehler als Lernchance betrachtet und neue Ideen getestet. Voraussetzung dafür seien ein partizipativer Führungsstil und eine offene Feedbackkultur. «Bei uns ist jede Rückmeldung willkommen», sagt Andreas Isoz. So könnten Herausforderungen früh erkannt und Verbesserungen direkt im Arbeitsalltag umgesetzt werden.
Manuell versus digital
Früher wurde der gesamte Tagesabschluss auf Papier abgewickelt. Sämtliche Kassenbelege mussten vor Dienstschluss manuell kontrolliert und verbucht werden. «Die Mitarbeitenden waren nach einem langen Arbeitstag müde und konnte sich nicht mehr richtig konzentrieren. Entsprechend hoch war die Fehlerquote», erinnert sich Isoz. Heute werden die Umsätze dank einer automatischen Schnittstelle zwischen dem Kassensystem und Abacus direkt verbucht. Auch im Bestellwesen konnten die Abläufe deutlich verbessert werden. «Administrative Prozesse werden bei uns laufend durch den gezielten Einsatz von RPA-Lösungen optimiert», erklärt Isoz.
«KI soll Mitarbeitende unterstützen»
In Kombination mit künstlicher Intelligenz werde unter anderem der Einkauf, die Ein- und Austrittsprozesse der Mitarbeitenden sowie das Reporting automatisiert. All dies passiere inhouse, wodurch das Unternehmen flexibel bleibe und Wissen für weitere Automatisierungen aufgebaut werden könne. Dadurch werde der administrative Aufwand reduziert und mehr Zeit für die persönliche Betreuung der Gäste geschaffen. «Künstliche Intelligenz soll unsere Mitarbeitenden unterstützen und konkrete Probleme lösen – nicht einfach Personal ersetzen», erklärt Isoz.
Workshop: Künstliche intelligenz im KMU – Chancen erkennen und praktisch nutzen
Künstliche Intelligenz (KI) ist in aller Munde. Doch wie können KMU konkret davon profitieren? Genau dieser Frage widmet sich der praxisnahe Workshop im Steakhouse Bahnhof in Mettmenstetten ZH. Referent Patrick Zbinden zeigt mit konkreten Beispielen, wie KI die Unternehmen im Alltag unterstützen kann – von Marketing und Kundenkommunikation über administrative Aufgaben bis hin zur Optimierung von Geschäftsprozessen.
Die Teilnehmenden erhalten praxisnahe Einblicke, wertvolle Impulse und die Gelegenheit, ihre Fragen direkt im Workshop oder beim anschliessenden Mittagessen mit dem Experten zu diskutieren.
Datum: Dienstag, 15. September 2026, 8.15 bis 13.00 Uhr
Ort: Steakhouse Bahnhof in Mettmenstetten ZH