«Die Buech ist kein Gourmettempel»

Corinne Nusskern – 25. November 2025
Kürzlich hat das Restaurant Buech in Herrliberg ZH wiedereröffnet. Das Haus aus dem Portfolio der Gruppe The Living Circle wird von Andreas Caminada und dem neuen Leitungsteam Nicolas Schröder und Fabiola Reimund bespielt.

Die gehobene Bodenständigkeit und mollige Seelenwärme zeigen sich vor allem bei den Hauptspeisen: Entenkeule oder Fleischvogel mit Kartoffelpüree, geschmorter Schweinebauch, Zander mit Sauerkraut. Es sind Schröders Kreationen, die er jeweils mit Caminada abspricht.» Es seien Gerichte, die sie selbst gerne mögen, so Caminada. Wünschten die Gäste eine Bouillabaisse, dann werde es auch die geben. Preislich bewegt sich die Karte auf ähnlichem Niveau wie vorher. Sind Ster­ne und Punkte ein The­ma? Schröder verneint. «Es soll ein Wohlfühl­ort sein, die Buech ist kein Gour­met­tempel. Wenn es etwas gibt, schön. Aber wir arbeiten nicht daraufhin.» 

Weinspeicher statt Weinkeller

Zurzeit stehen andere Herausforderungen an. Schröder möchte sich verstärkt bei den regionalen Lieferanten bekannt machen. Er will vor allem Konstanz schaffen. «Ohne dass die Überstunden explodieren», sagt er lachend. «Aber das ist zu Beginn unumgänglich, zum Glück haben wir ein Superteam.» Das 13-köpfige Team setzt sich aus vorherigen und neuen Mitarbeitenden zusammen.

Auch Reimund ist voller Freude. «Es ist einer der schönsten Arbeitsplätze! Manches muss sich noch einspielen, aber das kommt», sagt Reimund, gebürtig aus Niederfranken (D). Dabei seien die vorherigen Buech-Mitarbeitenden äusserst hilfreich. «Sie verraten uns Tipps und Tricks, welche Ecken und Kanten das Haus hat. Ich hätte nie herausgefunden, wie man die Schiebetüre zum Backoffice auf automatisch stellt.» Und Schröder fügt an: «Voll lustig, wir haben einen Weinspeicher und keinen Weinkeller.»

Für die Weinkarte mit Schwerpunkt auf der alten Welt zeichnet Ines Trieben­bacher (35), Restaurantleiterin und Sommelière im Restaurant Igniv Zürich, ver­antwortlich. «Diese zu realisieren, war für mich wie Weihnachten!», schwärmt sie. «Mein Ziel war eine kuratierte Weinkarte für alle und zu angenehmen Preisen.» Als Hospitality-Coach unterstützt sie zudem die Buech-Gastgeber bei Bedarf beratend im Hintergrund.

Im Frühling wird dann in der Trot­te nebenan das Atelier Caminada eröffnen: Neben einem Shop wer­den in einer Lounge auf der Terrasse Getränke und Kleinigkeiten für Spaziergänger serviert.
Schröder und Reimund freuen sich –nicht ohne eine gewisse Ehrfurcht –  die Möglichkeit und das Vertrauen bekommen zu haben, die Buech neu etablieren zu dürfen. Sie hoffen auf glückliche, wiederkehrende Gäste und ein motiviertes Team, das lange in dieser Kon­stellation zusammenarbeitet. «Und gerne zur Arbeit kommt», fügt Reimund an. «Denn all das spüren auch die Gäste»