Treffpunkt ist die Grossküche des Casinotheaters in Winterthur ZH, wo rund 20 Angestellte arbeiten und Beat Imhof (53) sieben Jahre die Geschäftsführung verantwortete, ehe er im Juni 2024 zum Präsidenten von GastroSuisse gewählt wurde. In dieser Küche verrät der ausgebildete Koch Blick-Moderator Reto Scherrer (50) die Geheimnisse bei der Zubereitung eines Cordon bleus, das 1815 im Wallis erfunden wurde.
Der GastroSuisse-Präsident erklärt im knapp fünfminütigen Videobeitrag jeden Schritt – vom Schneiden des Kalbfleischstotzens übers Klopfen bis hin zum Panieren. Dabei ist der Dachverband «presenting partner» des Blick-Beitrags. «Wir unterstützen die Offensive, weil sie uns die Gelegenheit gibt, die Schweizer Gastronomie positiv zu positionieren und sichtbar zu machen», erklärt Patrik Hasler-Olbrych, Stellvertretender Direktor von GastroSuisse.
Der Gastro-Chef am Herd
Ringier-Videojournalist Fabian Fuhrer fängt das Rezept von Beat Imhof mit seiner Kamera ein. Entscheidend sind bekanntlich die Zutaten: Imhof wählt einen Naturaplan-Hinterschinken und den Chällerhocker, einen mindestens acht Monate gereiften Hartkäse. «Zusammen mit dem geräucherten Schinken gibt das den entscheidenden Geschmack.»
Der Verbandspräsident würzt das magere, hochwertige Kalbsstück mit Salz und Pfeffer, taucht es danach in Mehl, ein Eierbad und in Paniermehl – und lässt das Cordon bleu schliesslich in der gusseisernen Pfanne und in vieeeel geklärter Butter tanzen. Er wendet es immer wieder, damit die Panade goldbraun wird und weder helle noch schwarze Stellen aufweist. Sein Cordon bleu ist, wie der Test zeigt, tatsächlich hervorragend.
Was viele nicht wissen: Der oberste Beizer der Schweiz ist ein absoluter Profi und leitete einst im Grand Hotel Oslo eine Brigade mit über 40 Köchen. Diese kümmerte sich um ein Bankett anlässlich des 100. Jubiläums des Friedensnobelpreises, wo Imhof später Queen Elizabeth II die Hand schüttelte.
Doch was ist Imhofs Bezug zu Cordon bleu? «Es ist in der Gastronomie das ganze Jahr weit verbreitet. Es gibt keinen Röstigraben, und das Cordon bleu auf der Karte läuft immer», sagt der Verbandspräsident, räumt allerdings ein, dass das Lammragout seiner Frau sein Lieblingsessen ist. «Sie ist eine fantastische Köchin. Ich habe den Beruf gelernt, sie kann es!» Reto Scherrer mit seiner ansteckenden Lebensfreude und dem unverkennbaren Ostschweizer Dialekt entgegnet: «Beat hat das Zeug zum Fernsehkoch.» Und schwärmt von seinem Cordon bleu.
Scherrer freut sich, dass seit Ende Februar 2026 rund 3000 Restaurant dem Aufruf von Blick.ch gefolgt sind und sich für das beste Cordon bleu der Deutschschweiz beworben haben. «Wir sind in die DNA der Schweizer Küche eingedrungen und wurden regelrecht überrannt. Ich hätte das nie gedacht», lässt Scherrer seiner Freude freien Lauf.
Gastronomie als Antithese
«Im April wissen wir, wer das beste Cordon bleu zubereitet. Wir möchten dieses Format mit dem 'Blick Check' weiter ausbauen. Gastronomie bewegt und ist ein wichtiger Eckpfeiler in unserem Land», sagt der Moderator. Er muss es wissen, denn seine Eltern führen in der zehnte Generation das Gasthaus zur Rebe in Weinfelden TG. Die Scherrers stellen auch die älteste Weinfelder Rebfamilie: Das Weingut 1762 ist seit über 260 Jahren im Familienbesitz.
«Die Gastronomie ist die Antithese von Social Media», pflichtet Beat Imhof dem Moderator bei. Scherrer und Imhof haben eine weitere Gemeinsamkeit: Reto Scherrer hat seine Frau in der Gastronomie kennengelernt, als sie hinter einer Bar arbeitete, und Beat Imhof war Küchenchef im Zunfthaus zur Schmiden, seine heutige Frau arbeitete damals im Service...