Dem Gastgewerbe droht ein Importverbot

Reto E. Wild – 04. Juni 2026
Noch bis zum 18. Juni 2026 läuft in Bundesbern eine Vernehmlassung zur Revision der Weinverordnung. GastroSuisse und andere Branchenvertreter lehnen es ab, die Einfuhr von Wein zu kontingentieren.

«Das gibs einfach nicht. Jetzt wollen wieder einige Westschweizer Winzer den Import von Wein behindern», poltert Philipp Schwander, Weinhändler und der erste «Master of Wine» der Schweiz. Eine solche Kontingentierung gab es bis 2001 schweizweit bei Weisswein. Sie werde von Winzern gefordert, die ihren Wein nicht verkaufen können, so Schwander.

Stein des Anstosses ist die «Vernehmlassung zur Verordnung über den Rebbau und die Einfuhr von Wein; Verteilung des Zollkontingents Wein». Das Wirtschaftsdepartement von Bundesrat Guy Parmelin (WBF) sieht vor, die Zollkontingente für den Import von Weinen neu zuzuteilen. Sie sollen ausschliesslich an Einkellerinnen und Einkellerern von Schweizer Weinen gehen. Das Gastgewerbe könnte so ausländischen Wein nicht mehr direkt importieren.

GastroSuisse lehnt Verbot ab

Die Vereinigung Schweizer Weinhandel mit ihren 250 Mitgliedern (Schweizer Produzenten, Kellereien, Gross- und Einzelhändler sowie Importeure) kritisieren in einer Stellungnahme ebenfalls: «Die Auswirkungen auf die Konsumenten wären einschneidend: Nebst Preiserhöhungen ist mit einer deutlichen Verringerung der Angebotsvielfalt zu rechnen. Die vorgeschlagene Regelung ist ein Rückschritt, der an längst überwundene Importregime erinnert.»

GastroSuisse lehnt die Änderung genauso entschieden ab: «Die Diagnose ist falsch. Das Problem ist nicht ein übermässiger Importdruck auf die einheimische Produktion, sondern ein struktureller und generationsbedingter Wandel der Konsumgewohnheiten, der fehlende Export und teilweise das Preis-Leistungsverhältnis.» Eine Beschränkung des Zugangs zu Kontingenten schaffe keine neuen Konsumenten für Schweizer Wein. «Sie verteuert lediglich das Produkt.» GastroSuisse fordert einen Verzicht auf die Verordnungsänderung.

Victor Ledermann, früherer Weinjournalist, sammelt in einer Online-Petition auf www.openpetition.eu Unterschriften gegen das Vorhaben des Bundes. Sie kann noch bis am 15. Juni unterzeichnet werden.  Weinhändler wie Jeggli Weine in Buchs ZH unterstützen diese Petition, die sich an das WBF richtet.