Das Restaurant Süd wird verkauft

Reto E. Wild – 27. Juli 2026
Valentin Diem und Nenad Mlinarevic von der Bauernschänke AG verkaufen das Restaurant Süd im Zürcher Hauptbahnhof an das Gastrounternehmen Candrian.

Normalerweise sind die Gastronomen Valentin Diem und Nenad Mlinarevic mit ihrer Bauernschänke AG auf dem Platz Zürich erfolgreich unterwegs. Das zeigt sich in Restaurants wie der Bauernschänke am Rindermarkt, gleich gegenüber mit der Trattoria Neumarkt (ex Cucina Itameshi) oder der Neuen Taverne.

Weniger erfolgreich ist das Restaurant Süd, das sich im Hauptbahnhof in einem der schönsten Räume der Stadt Zürich befindet. Erst im Oktober 2025 kam es zu einem Konzeptwechsel – von der Brasserie Süd zu Süd. Damals räumte Diem gegenüber dem GastroJournal ein: «Wir haben seit der Eröffnung der Brasserie Süd im Hauptbahnhof vor einem Jahr viel gelernt.» Und auf die Nachfrage, was besser werden muss, sagte er: «Wir haben das Potenzial noch nicht ausgeschöpft, die Saisonalität unterschätzt. Wenn es sonnig und warm ist, haben wir viel weniger Gäste. Das müssen wir bei der Planung berücksichtigen und deshalb die Terrasse bei der Brasserie Süd ausbauen.» Neben der Saisonalität haben er und Mlinarevic die «Komplexität eines Ganztagesbetriebs von dieser Grösse» unterschätzt.

Nicht auf Hochfrequenz ausgelegt

Obwohl die Gäste inzwischen auch auf der Terrasse essen können, entschied sich das Gastronomenduo, den Standort in neue Hände zu geben. «Wir haben regelmässig Geld verloren und können uns eine Weiterführung nicht leisten», begründet Valentin Diem. Ab September 2026 zeichnet das Gastrounternehmen Candrian für die Weiterführung des Restaurants verantwortlich. Diem: «Wir suchten nach einer nachhaltigen Lösung, die gut ist für die Mitarbeitenden. Bei der Betriebsübergabe werden nun sämtliche Arbeitsverträge übernommen.» Und er lobt Candrian: Sie seien die Profis am Hauptbahnhof und im Geschäft der Hochfrequenzgastronomie. «Candrian ist in einem anderen Segment tätig als wir und eine viel grössere Firma.»

Weshalb hat es die Bauernschänke AG nicht geschafft, im Hauptbahnhof Zürich mit dem Süd rentabel zu arbeiten? Diem begründet: «Wir können Destination. Die Gäste kommen zu uns, weil sie uns kennen. Das ist an einem Ort wie dem Bahnhof anders. Dort kommen die Gäste wegen der Lage. Dieses Geschäft können andere besser betreiben.» Allerdings: Das Gourmetrestaurant Counter mit Chefkoch Mitja Birlo ist von diesem Entscheid nicht betroffen und bleibt bei der Bauernschänke AG.