Vor ein paar Tagen verkündete Verleger und Immobilienbesitzer Thomas Abegg voller Stolz, dass sein Mews House beim Paradeplatz in Zürich mit dem Montreux Jazz Festival eine kulturelle Allianz eingeht. Mathieu Jaton, CEO des Montreux Jazz Festivals, erzählt: «Mitte April 2024 erhielt ich von Thomas einen Anruf, der mir verriet, dass etwas Grossartiges in Zürich entsteht. Ich habe mich in einer Sekunde in die Idee verliebt. Und als ich das Gebäude erstmals sah, erkannte ich sofort, dass wir die gleiche DNA haben.»
Pünktlich zum 60-jährigen Bestehen des Jazzfestivals entsteht nun im Mews House ein «Montreux Jazz Festival Room». Die Marriage von Essen und Wein sei bekannt. Aber die Vermählung von Essen, Wein und Musik sei noch komplexer, so Jaton. Der Brückenschlag zwischen Montreux und Zürich hat zum Ziel, im Mews House regelmässig kuratierte Formate zu realisieren, die den Geist des Jazzfestivals ganzjährig erlebbar machen und den kulturellen Austausch zwischen der Deutschschweiz und der Romandie fördern. Ein Hingucker ist ein dem Festival gewidmeter Raum im Untergeschoss mit einer Wand, an der 40 Vinylplatten hängen.
«40 Prozent der Tickets fürs Jazzfestival verkaufen wir in der Deutschschweiz», betont Jaton. Am 30. März werde das Programm für das Montreux-Jazzfestival für 2026 in Zürich verraten. Und ebenfalls im März, zu Ehren des «Women’s History Month», findet im Mews House ein 4-Hands-Dinner mit Marie Robert, der Sterneköchin aus Bex VD, und bekannten Winzerinnen statt.
Inspiriert von internationalen Konzepten
Die Beispiele zeigen, wohin die Reise beim neu interpretierten Stadthaus am Paradeplatz gehen soll: Mit drei Boutique-Hotelsuiten (die Übernachtung ab mindestens 1000 Franken), einer Gastronomie, Kunst, Boutiquen und kuratierten Erlebnisräumen versteht sich das Mews House als dynamische Bühne für Inspiration, urbane Kultur und neuen Zürcher Zeitgeist. Das Mews House positioniert sich als Hotspot und Treffpunkt im Herzen von Zürich.
Die offene Küche im Mews House: Hier arbeiten unter der Leitung von Pascal Schmutz vier Köche (Foto: Reto E. Wild)
Inspiriert von internationalen Konzepten wie Corso Como in Mailand, Dover Street Market in London oder The Store @Soho House in Berlin, ist ein Komplex entstanden, der Retail, Gastronomie, Hotellerie, Pop-Ups und Events unter einem Dach vereint. Oder wie es Thomas Abegg ausdrückt: «In diesem Haus mit seiner 500-jährigen Geschichte gibt es 61 Türen. Hinter jeder verbirgt sich eine Überraschung.»
Ein junges Team ist am Werk
Eine wichtige Rolle spielt dabei Foodconsultant, Gourmetkoch und Tausendsassa Pascal Schmutz (41), der sich als rechte Hand von Thomas Abegg bezeichnet. «Als Thomas mir das Projekt vorgestellt hat, war ich sofort begeistert – von der Euphorie ebenso wie von der Vision und Mission, die sich daraus entwickeln und umsetzen lässt. Daraufhin habe ich ein Team zusammengestellt, und nun arbeiten wir Schritt für Schritt daran, die einzelnen Konzepte zu realisieren», sagt Schmutz.
Er scheint im Mews House angekommen zu sein. Hier arbeitet er nun erstmals seit längerem in einer Festanstellung und hat deshalb kaum mehr Zeit für andere Projekte. Er habe ein junges, engagiertes und cooles Team, das er unterstütze und das ihn ergänze. «Wir teilen dieselbe Vision und dieselbe Mission, die wir mit diesem Haus erreichen wollen. Im Vordergrund steht dabei stets das Haus und das Konzept – nicht das einzelne Ego. Unsere Stärke liegt in der Gastfreundschaft und in der gemeinsamen Haltung. Wir möchten ein Ort sein, an dem sich jeder willkommen fühlt – wie zu Hause. Deshalb treten wir als Familie auf, als Team, und versuchen, Wünsche möglich zu machen und besondere Momente zu schaffen.»
Dieses Team besteht unter anderem aus Jill Gerber (25), die sich mit dem gleichaltrigen Lukas Hasler die Geschäftsführung teilt. Im Küchenteam sind vier Köche, im Service inklusive Boutique/Retail acht Angestellte.
Pascal Schmutz erläutert: «Am Mittag steht eine Auswahl an Klassikern im Zentrum – Gerichte mit Wiedererkennungswert, raffiniert interpretiert und mit einem Augenzwinkern serviert. Wir denken die traditionelle Küche neu, ohne ihre Wurzeln zu verlieren. Am Abend bieten wir als Grundbasis ein Menü am Mews-Tisch an – gewissermassen ein kulinarisches Grundrauschen. Es handelt sich um einen Dreigänger, der stets durch einen saisonalen Zwischengang ergänzt werden kann. Zusätzlich servieren wir drei bis vier À-la-carte-Gerichte.» Die Crew zeigt sich mit dem Start sehr zufrieden.