Gastronomie

Catering in der Coronakrise: eine Gradwanderung zwischen Überleben und Aufgabe

Oliver Borner – 19. März 2021
Die Absagen von praktisch allen Anlässen während der Coronapandemie setzen dem Cateringunternehmen tuck-tuck enorm zu. Die fehlenden Härtefallauszahlungen verschärfen die Situation zusätzlich.

Keine Hochzeiten, keine Geburtstagsfeiern, keine Familienfeste: Seit Ende Dezember 2020 dürfen private Veranstaltungen mit über fünf Personen und öffentliche Veranstaltungen auf Grund der Coronamassnahmen nicht mehr stattfinden. Neben der Eventbranche leidet auch der gesamte Gastronomiesektor unter diesen Einschränkungen. Für viele Unternehmen geht es trotz angekündigter Härtefallunterstützungen ums Überleben.

Achterbahnfahrt der Gefühle

Eines dieser Unternehmen ist der Catering-Anbieter tuck-tuck Schweiz. Das 2004 gegründete Unternehmen bietet in vier Regionen der Schweiz ganz nach dem Vorbild mobiler asiatischer Koch- und Verkaufsstände Caterings ab 20 Personen an und konzipiert neben dem Essen auf Wunsch auch Mobiliar und Dekoration für seine Kundinnen und Kunden.

Mit dem Lockdown Ende Dezember wurde dieses erfolgreiche Geschäftsmodell nach dem Frühling 2020 ein zweites Mal auf Eis gelegt. Für Inhaber und Geschäftsführer Stephan Di Gallo war dies keine einfache Zeit. «Ich fühlte mich ein wenig wie auf einer Achterbahn», gesteht er. Nach schneller und unkomplizierter Hilfe im Frühling 2020 sei die Situation seit dem letzten Lockdown im Dezember immer mehr zum Albtraum geworden.

Di Gallo Stephan tuck tuck Auto 1 CHB

Stephan Di Gallo ist Geschäftsführer von tuck-tuck Schweiz.

Hoffnung auf schnelle Impfkampagne

Zentral für diesen Albtraum waren sie so oft in den letzten Monaten die Härtefallgelder, welche die Kantone unter anderem an Gastronomiebetriebe auszahlen wollten. «Weil tuck-tuck ein Netzwerk von Franchisenehmern in verschiedenen Kantonen ist, wurden diese kantonalen Härtefallgelder unterschiedlich gesprochen und verteilt», sagt Di Gallo. Da dadurch einige Betriebe kurz vor der Aufgabe stehen, sei es eine grosse Herausforderung, als Gruppe überhaupt zu überleben.

Gerade deshalb verfolgt Di Gallo die momentane Debatte um die Lockerungen der Coronamassnahmen mit grossem Interesse. «Für uns wäre es wichtig, dass Anlässe im Innen- wie auch Aussenbereich bis mindestens 50 Personen wieder erlaubt werden», sagt er. Zudem hofft er auf eine schnelle Impfkampagne und vor allem auf Nachbesserungen bei den Härtefallentschädigungen in einzelnen Kantonen.

Der Ball liegt beim Bundesrat

Ob sich diese Hoffnung für Di Gallo und sein Catering erfüllt, wird sich erstmals am Freitag zeigen. Dann will der Bundesrat seine ersten Lockerungen im zweiten Öffnungsschritt präsentieren. Zur Debatte stehen unter anderem die Öffnung der Aussenbereiche der Restaurants und eine neue Obergrenze für öffentliche Anlässe wie Konzerte oder Sportveranstaltungen.