Das UN Global Compact Network Schweiz & Liechtenstein unterstützt seine Mitglieder seit über 10 Jahren im Transformationsprozess zur Nachhaltigkeit. «Die Nachhaltigkeit im 2026 ist geprägt von wandelnden Regulatorik und höheren Erwartungen an die Glaubwürdigkeit, die Wesentlichkeit und die Wirkung», erklärt Fabio Gfeller, Programme Lead & Advisor beim UN Global Compact Network Switzerland & Liechtenstein. Gerade für KMU's sei dies eine herausfordernde und gleichzeitig chancenreiche Entwicklung, so Gfeller. Martin Kathriner, Experte für Strategie, Kommunikation und Nachhaltigkeit erklärt, wie Unternehmen die Nachhaltigkeit als Marktvorteil nutzen können.
Nachhaltigkeit muss sich lohnen
Der Experte empfiehlt: Unternehmen sollten die Nachhaltigkeit konsequenterweise vom Markt her denken. Dabei sei es wichtig, die Kräfte im eigenen Markt zu kennen und zu überlegen, wie diese für die Nachhaltigkeit genutzt werden können. In einem zweiten Schritt sollten Unternehmen überlegen, welches die wichtigsten Themen seien und anhand derer die Prioritäten festzulegen. In einem dritten Schritt werde dann die Vision und die Strategie anhand dieser Prioritäten definiert. Als Betriebswirt sei er vor allem daran interessiert, was unten rauskomme. Der Experte ist überzeugt: «Wenn Nachhaltigkeit sich auch wirtschaftlich lohnt, hat das Thema intern wie auch extern mehr Schlagkraft».
Die Komplexität reduzieren
Rund 80 Prozent der CEOs sehen heute gemäss einer Umfrage des Business-Netzwerkes bei ihren Mitgliedern den Businesscase, aber wissen nicht so recht, wo sie anfangen sollen. «Mit dem Konzept der doppelten Wesentlichkeit können interne und externe Wirkungsfelder identifiziert- und deren Relevanz eruirert werden», erklärt Gfeller. Bei der Analyse werden Themen nach Impact on Company (Chancen und Risiken für das Unternehmen) und Impact of Company (Wirkung auf Gesellschaft und Umwelt) auf der Matrix platziert.
Anhand des Golden Circles von Simon Sinek können Unternehmen zudem das «Warum», das «Wie» und das «Was» herausfinden. Das Warum ist die Vision hinter der Nachhaltigkeit. Hier wird nach einem emotionalen Grund gesucht, weshalb sich ein Unternehmen für die Nachhaltigkeit engagieren soll. Beim «Wie» werden strategische Fokusgebiete definiert und priorisiert. Beim «Was» liegen die effektiven Massnahmen im Fokus. Kommuniziert wird immer von innen (emotionaler Grund) nach aussen.