350 geladene Gäste, darunter zahlreiche Gastronomen, die vom Wirtesonntag profitieren, sind an der oscarähnlichen Veranstaltung gespannt, wer 71 Tage nach dem Finaltag an der Hotelfachschule Zürich gewinnt. Von den zehn Finalisten der vier Kategorien Service, Sommellerie, Patisserie und Küche kann nur je eine Person Marmite Youngster werden und somit die Trophäe der goldenen Artischocke hochstemmen.
Die Lieblingskategorie des Verlegers
Unternehmer Thomas Abegg, Verleger des Magazins Marmite, hat die Auszeichnung für den Branchennachwuchs 2011 ins Leben gerufen. «Es ist, als ob es gestern gewesen wäre. 2016 haben wir nach der Kategorie Küche jene des Service dazugefügt. Das Gastgebersein war für mich immer wichtig. Der Service gehört zu meinen Lieblingskategorien», sagt Abegg auf der Bühne im «Gallery»-Saal des Luxushotels Dolder Grand, befragt von Sportmoderator Rainer Maria Salzgeber und seiner Tochter Cloé.
Und in Abeggs Lieblingskategorie räumt Laura Labarca (30) ab, Chef de Service im Restaurant Anna in Zürich. «Hauptsache glücklich!» ist das Motto der Stadtzürcherin, die nach einem Linguistik-Studium die Hotelfachschule Luzern absolvierte. Auf der Bühne sorgt Cloé Salzgeber für einen tiefschürfenden Dialog: «Wie gross ist die Freude?», fragt sie. Antwort von Labarca: «Gross». Für besonders viel Applaus und Stimmung im Saal sorgt die Thuner Fraktion (Gastronomen und Familie), als bekannt wird, dass ihr Nino Schüpbach (23), Commis de Cuisine im Igniv Zürich, in der Kategorie Küche gewinnt. Der Amateur-Fussballer aus dem Thuner Umland: «Ich habe keine Worte. Nach dem Finaltag war ich enttäuscht von mir, weil nicht alles so klappte, wie ich wollte. Meine Familie ist alles für mich, danke Mama, danke Papa.» Er, der seine Karriere in einer Altersheimküche startete, muss Tränen der Rührung unterdrücken.
«Noch besseren Wein trinken»
Der grosse Sieger der Kategorie Sommellerie heisst Julien Beltzung (28), der in dieser Funktion im Igniv by Andreas Caminada in Bad Ragaz SG arbeitet. Der Motorsportfan ist schon weit in der Welt herumgekommen und machte Halt in Frankreich, Hongkong und Schottland und war mit Caminadas Stiftung Uccelin in Dänemark, Spanien und selbstverständlich in der Schweiz. Der Wunsch des Elsässers für die Zukunft: «Noch besseren Wein trinken!»
Und schliesslich gewinnt in der Kategorie Patisserie jemand mit Heimvorteil, zumindest am Anlass der «Award Night»: In der Kategorie Patisserie siegt die Österreicherin Julia Tichy vom The Dolder Grand Zürich mit ihrem Gericht «Dahoam meets Japan». Auf der Bühne bedankt sie sich bei ihrer Chefin. Sie habe für diesen Erfolg viel Zeit investiert. Tichy kämpft ebenfalls mit den Tränen.
Die Gäste geniessen zwischen den Auszeichnungen einen hervorragenden Fünfgänger. Julian Stieger, Gastjuror Marmite Youngster, zeichnet beispielseweise für die kalte Vorspeise mit Rehcarpaccio, Rettich, Apfel, Ingwer und Kaviar verantwortlich. Grossartig!