Guy Estoppey orchestriert begeisternden Charity-Event

Reto E. Wild – 17. März 2026
Spitzenküche für einen guten Zweck: Die Stiftung der Swiss Re lädt zu einem Galadinner ein. Der Erlös fliesst in die Kassen des Vereins Cuisine sans frontières (Csf) mit Sitz in Zürich.

Zum ersten Mal seit 15 Jahren findet am Hauptsitz von Swiss Re in Zürich wieder ein Grossanlass mit Gastköchen statt. Initiant ist der Spitzenkoch Guy Estoppey (38), der als Küchenchef seit 11 Jahren beim Rückversicherer arbeitet und von 2018 bis 2022 Kapitän der Schweizer Kochnationalmannschaft war, 2022 den WM-Titel holte und zwei Jahre später als Coach Vize-Olympiasieger wurde.

Heute verantwortet er gemeinsam mit dem Serviceverantwortlichen im Stadtzürcher Enge-Quartier ein Team von 11 Mitarbeitenden in der Küche und 10 im Service und bespielt damit das Gourmetrestaurant Gäste- und Direktionsrestaurant K3 mit 45 sowie das Casualrestaurant mit 70 Plätzen, das Swiss-Re-Mitarbeitenden und ihren Gästen vorbehalten ist.

Kochen für den guten Zweck

Und diese beiden Räumlichkeiten sind nun also Bühne eines besonderen Anlasses: Hier findet auf Einladung der Swiss Re Foundation ein «Charity Dinner» für 120 Personen statt, um den Verein Cuisine sans frontières (Csf) zu unterstützen. Die Stiftung ist Partner von Csf. Csf wiederum bringt seit 20 Jahren Menschen welweit an einen Tisch, um Frieden zu fördern.

Der Anlass in Zürich erinnert an ein Gourmetfestival, denn Estoppey hat grosse Namen aus der Gastronomie zusammengetrommelt. «Die meisten kenne ich seit über 15 Jahren und bin mit ihnen freundschaftlich verbunden», sagt der talentierte SwissRe-Küchenchef.

Privatkoch und Kochbuchautor Ralph Schelling kümmert sich um den Apéro und begeistert mit seinen Gemüsebällchen an einer grünen Kräutersauce. Schelling hat sich in Japan inspiriert. Christian Jürgens, der im Hotel Villa Florhof in Zürich am Start steht, kombiniert einen Würfel aus Kartoffeln mit Trüffeln und Eigelb und einer Trüffelsauce.

Ein grossartiges Menü

Estoppey verantwortet den hervorragenden Fischgang mit Saibling, Rüebli, Buttermilch und Sanddorn und positioniert die Karotten so, dass sie wie Schuppen des Lachsfisches aussehen. Der einstige Koch-Weltmeister definiert Luxusprodukte übers Handwerk, «wo wir Einfluss nehmen können. Wir arbeiten mit lokalen Partnern wie dem Hof zur Chalten Hose auf der Forch, Laflor, Slow Grow, der Molkerei Höhn oder Jumi zusammen», sagt er. Auf dem Dach des Restaurants K3 wachsen Gemüse und Kräuter. Estoppey: «Unser wichtigstes Credo ist, die Werte von Swiss Re erleb- und essbar zu machen.»

Für viel Emotionen sorgt Antonio Colaianni mit seinen stadtbekannten Orecchiette mit Polpettine und einer herzerwärmenden Tomatensugo, die er acht Stunden lang köchelte. Er sagt bei seinem Auftritt: «Die Orecchiette werden noch immer von meiner 87-jährigen Mamma Maria zubereitet. Sie ist schneller als ich. Und wenn meine Mutter diese Pasta nicht mehr zubereitet, werde ich diesen Gang von der Karte in unserem Restaurant La Cucina Colaianni nehmen.»

Grossartig auch der Hauptgang von Sebastian Rösch vom Lindenhofkeller: Sein Fleischvogel, nach einem Rezept seiner Grossmutter Irmgard Hochgesang, ist mit geschmortem Fleisch, Speck, Senf und einer Essiggurke gefüllt und wird von Knödel begleitet. Susanne Tobler schliesslich sorgt mit ihren Dessertkreationen für einen süssen Abschluss des hochstehenden Fünfgängers, der auf Wunsch von Trouvaillen wie einem Completer 2015 vom Weingut Donatsch oder einem Pinot Noir 2014 von Gantenbein begleitet wird.

Gastromomie verbindet

Jacques de Vaucleroy, VR-Präsident der Swiss Re und der Swiss Re Foundation, der den Abendanlass als Gastgeber mit seiner Präsenz beehrt, bringt es auf den Punkt: «Die Gastronomie ist ein Weg, Menschen zu motivieren und zusammenzubringen. Sie ist für Swiss Re ein wichtiger Teil unseres Unternehmens.»

Der Verein Csf, der diverse Projekte im In- und Ausland unterstützt, profitiert vom Erlös dieses Weltklasse-«Charity Dinners», bei dem die Gäste – Mitarbeitende, Genussmenschen, Freunde und Gastronomen – 250 Franken bezahlen.