Um 14 Uhr, pünktlich wie eine Genfer Uhr, eröffnet GastroSuisse-Präsident Beat Imhof im Hotel Royal am 25. November die Präsidentenkonferenz (Präko), die mit dem Vorstand aus über 40 Personen besteht. Erstmals dabei ist die neue Direktorin Kareen Vaisbrot. Die 47-Jährige stellt sich und ihre Ziele vor: Die Mitglieder sollen beispielsweise mit den Dienstleistungen von GastroSuisse stets zufrieden sein, und sie will dafür sorgen, «dass die nächste Generation die Begeisterung für unsere wunderbaren Berufe im Gastgewerbe teilt».
Das Hauptgeschäft am ersten Tag der Konferenz: ein einheitlicher nationaler Auftritt von GastroSuisse. Dazu erklärt Präsident Imhof: «Ich habe rund 70 Logos gezählt, die es in und um GastroSuisse gibt. So ist es schwierig, Wirkung zu erzeugen und unsere Grösse in Kraft umzuwandeln.» Damit spricht der Verbandspräsident die diversen Logos der Kantonalverbände an.
Gastreferentin und Medienmanagerin Caroline Thoma bestätigt in ihrem Vortrag: «Die Nutzung der Marke oder des Verbands als Einheit wird immer wichtiger werden. Wenn Sie sich für einen einheitlichen Auftritt entscheiden, wird es für Ihre Organisation günstiger werden – dank gemeinsamen Kampagnen, strategischer Klarheit und einer gemeinsamen Reputation.» Die Devise der Managerin: «Eine neue Markenstrategie ist kein Designprojekt, sondern ein Transformationsprozess. Sie begeben sich auf eine Reise mit einem gemeinsamen Ziel. Aber es lohnt sich.» In sechs Gruppen schaffen die Teilnehmenden das Projekt zum nationalen Auftritt mit allen Vor- und Nachteilen aus.
Beat Imhof bedankt sich bei der Crew des Restaurants Vieux-Bois der Ecole Hôtelière de Genève (EHG). Diese verwöhnt die Präko-Teilnehmer mit einem Dreigänger. EHG-Direktorin Susanne Welle (rosa Blazer im Hintergrund) freut sich mit. (Bild: Reto Wild)
Offenbar beeindrucken die Voten. Am zweiten Tag der Konferenz – nach einem gediegenen Abendessen im Restaurant Vieux-Bois der Ecole Hôtelière de Genève – stimmen die Teilnehmenden mit nur einer Gegenstimme zu, den einheitlichen nationalen Auftritt weiterzuverfolgen. Es liegt nun am neuen GastroSuisse-Marketingleiter Kevin Abgottspon und seinem Team, den Auftrag der Präko auszuarbeiten und an der Konferenz von Ende März 2026 in Zürich zu präsentieren.
Budget kommt problemlos durch
Das Schwerpunktthema am 26. November ist das Budget 2026. Trésorier Maurus Ebneter sagt unverblümt: «Das kommende Jahr wird sehr anspruchsvoll. Es ist meine Aufgabe als Finanzminister, den Mahnfinger zu heben.» Seine Worte stossen auf breiteste Zustimmung. Die Konferenz winkt auch das Budget 2026 durch. Beat Imhof erklärt nach dem klaren Ergebnis: «Wir nehmen die Herausforderung an und sind optimistisch, für die Zukunft gute Lösungen zu finden.»
Zur zwölf Punkte umfassenden Traktandenliste gehört die Fachgruppe Foodtruck, die in die GastroSuisse-Familie aufgenommen werden soll, nachdem sich der Foodtruck-Verband Ende 2024 auflöste.
Und selbstverständlich gibt der politische Alltag zu reden. «Wir wehren uns gegen die Stigmatisierung, wonach Alkohol per se schlecht sein soll», betont Imhof weiter. Damit spricht er den Vorstoss von Mitte-Ständerat Benedikt Würth an, der einen «Marschhalt» bei den neuen WHO-Empfehlungen zum mässigen Alkoholkonsum fordert.
Bekanntlich spricht sich die WHO gegen den massvollen Genuss eines Glases Weins aus. Wie viel die Konferenzteilnehmer von der Bevormundung durch die Weltgesundheitsorganisation halten, zeigt sich am Rand des Grossanlasses: Es wird breitflächig auf die Gesundheit angestossen - mit einem Glas Wein.