An der heutigen 15. Preisverleihung des Prix Montagne dürfen der Kanton Schwyz und der Kanton Graubünden jubeln. Der mit 40 000 Franken dotierte Prix Montagne geht an die Milchmanufaktur Einsiedeln. René Schönbächler, Gründer und Geschäftsführer der Erlebniskäserei, darf den Preis von Jurypräsident Dario Cologna entgegennehmen. «Es ist ein unglaublich schönes Gefühl. Ich bin sehr stolz auf mein Team», sagt er. «Wir feiern dieses Jahr unser zehnjähriges Jubiläum und fanden, dass jetzt der richtige Moment ist, um uns für den Prix Montagne zu bewerben. Dass wir den Preis nun tatsächlich nach Hause nehmen dürfen, ist einfach grossartig.»
Entstanden ist die Idee der Milchmanufaktur aus einer Abschlussarbeit von René Schönbächler. Er wollte in den Zeiten der Landwirtschaftsliberalisierung den tiefen Milchpreisen entgegenhalten und eine Käserei gründen, die ausschliesslich mit Milch von Bauernfamilien aus der Region Spezialitäten herstellt. Heute feiert die Milchmanufaktur ihr zehnjähriges Bestehen, beschäftigt rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und kann ihren Milchlieferanten aus der Region Einsiedeln faire Preise bezahlen.
Für Jurypräsident Dario Cologna ist das Projekt eine absolut verdiente Gewinnerin. «Ich finde es bemerkenswert, wie die Milchmanufaktur lokale Milch zu wertvollen Produkten verarbeitet und zugleich Erlebnisse schafft, die bis nach Übersee ausstrahlen. Diesen Mut und Pioniergeist bewundere ich – er zeigt, wie beherzt die Menschen in den Bergen sind. Ich freue mich sehr für René und sein Team.»
Eine Hütte allein im Wald
Den Publikumspreis des Prix Montagne, gestiftet von der Mobiliar Genossenschaft, geht in diesem Jahr an die Chamanna Cluozza im Schweizerischen Nationalpark bei Zernez GR. Von den knapp 9200 Stimmen erhielt das Projekt im Oberengadin die meisten, was der Hütte damit zum Gewinn des seit 2017 vergebenen Publikumspreis verhalf. Sie ist die einzige Hütte im Schweizerischen Nationalpark und wird seit drei Jahren von Nicole und Artur Naue bewartet. Mit ihrem vierköpfigen Team, über 50 Freiwilligen und einem konsequent gelebten Nachhaltigkeitskonzept locken sie über 6000 Gäste pro Jahr an. Damit gehört die Chamanna Cluozza zu den meistbesuchten Hütten der Schweiz.
«Ein solch konsequentes Nachhaltigkeitskonzept durchzuziehen, und das in einer abgelegenen Hütte mit knappen Ressourcen, das braucht viel Leidenschaft und Durchhaltwillen. Nicole und Artur leben dieses Konzept und zeigen, dass Nachhaltigkeit auch wirtschaftlich funktionieren kann. Damit haben sie den Preis mehr als verdient», sagt Belinda Walther Weger, Leiterin Public Affairs und Nachhaltigkeit bei der Mobiliar Genossenschaft. Überwältig zeigen sich die beiden Gastgeber Nicole und Artur Naue: «Es ist für uns eine riesige Ehre, diesen Preis in Empfang zu nehmen. Wir danken allen, die für uns abgestimmt haben, und unserem Team.»