Benjamin Eulau, die Igeho 2027 ist in voller Planung: Welche Highlights warten auf die Gäste?
Benjamin Eulau: Viele Programmpunkte werden von der Igeho 2025 übernommen und weitergeführt. So geht beispielsweise die Sonderschau Hotel Utopia in die zweite Runde: 2027 liegt der Fokus aber auf der Hotellerie in drei bis fünf Jahren – nicht auf 2085 wie 2025. Auch der Rising Star wird 2027 wieder auf der Igeho ausgezeichnet. Zudem wird die Lefa, der Schweizer Branchentreffpunkt für das lebensmittelverarbeitende Gewerbe, erneut einen eigenen Sektor haben. Zusätzlich wird die Delegiertenversammlung von HotellerieSuisse zeitgleich zur Igeho 2027 in Basel stattfinden. Eine grosse Neuerung betrifft zudem den Kochwettbewerb Gusto von Transgourmet. Bisher führte Transgourmet die Selektion ihrer Finalteilnehmenden mehr oder weniger im Geheimen durch. 2027 werden die Finalteilnehmenden an der Igeho vor einem Live-Publikum verkündet.
Gleichzeitig gibt es eine grosse Änderung: Ab kommendem Jahr wird die Igeho nur noch an vier statt wie bisher an fünf Tagen stattfinden. Was sind die Gründe für diesen Entscheid?
Dahinter steht ein jahrelanger Prozess. Die Messeleitung beschäftigt sich bereits seit 2022 mit der einer möglichen Verkürzung der Messe. Nach der Messe 2023 führten wir bei allen Ausstellenden eine Umfrage mit der Frage, ob eine Verkürzung gewünscht wird, durch. Damals fiel das Resultat noch 50/50 aus, wodurch die Jubiläumsausgabe noch über fünf Tage durchgeführt wurde. Nach dieser Ausgabe gab uns der Markt aber das klare Zeichen, dass eine Verkürzung auf vier Tage erwünscht ist.
Ihr folgt damit also den Bedürfnissen und dem Feedback der Ausstellenden.
Das ist ein zentraler Grund für die Entscheidung, ja. Einzelne Ausstellende sprachen uns bereits während der letzten Igeho 2025 auf dieses Thema an, und die Resultate aus unserer Umfrage bestätigten die Aussagen. Ein weiterer Grund ist die Verteilung des Besuchervolumens. Seit Jahren war der letzte Messetag am Mittwoch der schlechteste Tag der gesamten Messe. Im letzten Jahr besuchten gerade noch 10 Prozent aller Gäste am Mittwoch die Messe. Das hat den Entscheid, diesen Tag aus dem Programm zu streichen, sicher mitgeprägt. Wir überarbeiten das Messekonzept laufend, um das beste Erlebnis für unsere Kunden und Gäste zu schaffen.
Die Messe wird 2027 somit neu von Samstag bis Dienstag stattfinden. Was bedeutet das für die Ausstellenden, Gäste und euch als Organisator?
Generell wird es mehr Action in der Halle geben. Die Gäste vom Mittwoch werden sich nun auf die anderen vier Tage verteilen. Dadurch steigt die Dichte: mehr Begegnungen, mehr Bühnenprogramm, mehr Frequenz und mehr Energie in den Hallen. Für die Ausstellenden ist die kürzere Dauer zudem ein wichtiger Hebel. Vier Tage senken die Einstiegshürde, gerade auch für kleinere Anbieter. Das hilft uns, die Vielfalt des Marktes noch besser abzubilden. Genau diese Vielfalt wünschen sich unsere Besucherinnen und Besucher. Entscheidend ist aber: Der Nutzen soll vor allem bei den Ausstellenden und Besuchenden ankommen. Die Ausstellenden profitieren auf mehreren Ebenen. Erstens senken wir den Listenpreis um 20 Franken pro Quadratmeter. Zweitens können wir durch neue Partnerschaften und Verträge mit Dienstleistern, etwa in den Bereichen Logistik, Energie und Internetservices, einzelne Drittanbieterkosten reduzieren. Drittens sinken durch einen Messetag weniger auch die flankierenden Kosten: weniger Personal, weniger Ersatz im Betrieb, weniger Hotelnächte und weniger Spesen.
Wie ist das bisherige Feedback zur Verkürzung der Messe ausgefallen?
Das breite Feedback wird nach der Verkündung diese Woche erst noch bei uns eintreffen. Rückmeldungen aus dem Messebeirat fallen insgesamt positiv aus. Sie beschreiben die Entscheidung als mutig, zeitgemäss und richtig. Gerade die Verdichtung auf vier Tage wird als Chance gesehen. Natürlich gibt es auch Fragen, etwa zur Verteilung der Frequenz oder zur konkreten Planung der Standteams. Das ist nachvollziehbar. Entscheidend ist aber, dass der Grundtenor positiv ist: Die Branche sieht die Verdichtung als Chance. Unser Ziel ist nicht einfach eine kürzere Messe, sondern eine stärkere Messe: kompakter, relevanter und mit mehr Qualität pro Messetag.
Weniger Messetage, dafür aber tiefere Kosten für Ausstellende und somit mehr Vielfalt und eine bessere Marktübersicht. Die Igeho 2027 dürfte damit mehr Menschen anziehen.
Das hoffen wir natürlich. Wir wollen weiter wachsen und die ambitionierte Marke von 50 000 Besucherinnen und Besuchern wieder anvisieren. Mit der Verkürzung und den damit verbundenen Kostensenkungen wollen wir mehr und vor allem auch neue Ausstellende gewinnen. Dadurch können wir das Angebot in der Breite und Tiefe verbessern.