«Der Goldene Koch ist mehr als nur ein Kochwettbewerb!»

Oliver Borner – 12. Februar 2026
Seit letzter Woche können sich ambitionierte Köchinnen und Köche für den Goldenen Koch bewerben. Der Kochwettbewerb erfindet sich seit 35 Jahren immer wieder neu - auch für die kommende Ausgabe.

Seit 35 Jahren ist der Kochwettbewerb Goldener Koch von Kadi ein fester Bestandteil der Schweizer Gastronomiebranche. Heute begeistert der Anlass sowohl Teilnehmende als auch Jurorinnen und Juroren und Fachleute aus Presse und Branche. Die letzte Ausgabe 2025 zog so viele Besuchende ans Finale nach Bern wie noch nie zuvor. Ein klares Zeichen für den Status des Kochwettbewerbs.

Das war aber nicht immer so. «Der Wettbewerb hat eine grosse Entwicklung hinter sich und erinnert heute nur noch geringfügig an die Anfänge 1991», sagt Norman Hunziker, Teamleiter Marketing und Kommunikation bei der Organisatorin Kadi. Anfänglich fand der Anlass noch jährlich statt, die Kandidierenden kochten noch in ihren eigenen Küchen im Betrieb und wurden auch dort bewertet.

Vom heutigen öffentlichen Interesse war noch nicht viel zu sehen. Erst als 2006 der Event erstmals vor einem ausgewählten Live-Publikum und einer namhaften Jury im Kursaal in Bern stattfand, wurde er in der Branche und den Medien zu einem vielbeachteten Anlass. Von 2004 bis 2010 war der Goldene Koch zudem die Schweizer Selektion für den internationalen Kochwettbewerb Bocuse d'Or.

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Das Finale findet stets – vor einem öffentlichen Publikum – im Kursaal in Bern statt. (Bild: zVg)

Ein Stelldichein der Branche

Gesteigert wurde das Interesse durch die Einführung der öffentlichen Halbfinalausscheidung 2015 und das Live-Stream-Angebot 2017. So konnte erstmals auch ein breites Publikum ausserhalb der Branche den Wettbewerb verfolgen. Während der Corona-Pandemie sorgten Liveübertragungen via Blick-TV dafür, dass das Interesse nicht verloren ging und die Teilnehmenden die verdiente Wertschätzung erhielten.

Diese Neuerungen haben sich für Kadi und den Anlass gelohnt. «Heute ist der Goldene Koch viel mehr als nur ein Wettbewerb. Er ist eine Plattform für Sponsoren, Hersteller und Betriebe – ein Stelldichein für die Branche», so Hunziker. Der Goldene Koch sei einer der wenigen Anlässe der Kochschweiz, bei dem sich die gesamte Branche trifft und austauscht. «Letztes Jahr waren über 1 000 Entscheidungsträgerinnen und -träger aus der Branche vor Ort. Der Goldene Koch wird damit zum perfekten Ort, um Kontakte zu knüpfen und um die Branche weiterzuentwickeln.» 

Das ist auch die Intention der Organisatorin Kadi. «Für Kadi ist der Goldene Koch ein Zeichen der Nachhaltigkeit der Branche. Mit dem Kochwettbewerb wollen wir der Branche eine Bühne bieten und unsere familiären und persönlichen Werte weitergeben», sagt Hunziker.

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Das Halbfinale stösst beim Publikum bereits auf grosses Interesse. Hier im Trafo in Baden AG 2025. (Bild: zVg)

Ein Fest für die Romands

Auch in einer anderen Hinsicht ist der Goldene Koch aussergewöhnlich: Er wird seit Jahren von Romands oder francophonen Köchinnen und Köchen dominiert. Die letzten drei Siege gingen allesamt in die Westschweiz. Der letzte Sieger aus der Deutschschweiz war Ale Mordasini 2019.

«Diese Siege sind keine Zufälle», sagt Hunziker. «Die Köchinnen und Köche aus der Romandie sind immer sehr ambitioniert und perfektionistisch. Sie lieben den Wettkampf und überlassen nichts dem Zufall.» Ein Ansporn sei auch immer die hochkarätige Jury, welche stets mit grossen Namen aus der Romandie – darunter Stéphane Decotterd (Maison Décotterd, 1 Stern und 18 Punkte) oder Franck Giovannini (Restaurant Hôtel de Ville Crissier, 3 Sterne und 19 Punkte) – bestückt ist.

Hinzu komme, dass es in der Schweiz praktisch keinen Wettbewerb gibt, der in der Romandie so bekannt und einen solchen Stellenwert hat wie der Goldene Koch. «Kadi ist mit ihren Produkten schweizweit sehr stark vertreten. Damit ist der Goldene Koch in allen Landesteilen ein Begriff. Eigentlich wäre es mal Zeit für eine Siegerin oder einen Sieger aus dem Tessin oder der rätoromanischen Schweiz!» 

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Er ist der aktuelle Preisträger des Goldenen Kochs: João Coelho (r.) feiert 2025 seinen Sieg zusammen mit seinem Commis. (Bild: zVg)

Die perfekte Vorbereitung

Ob es im kommenden Jahr eine Siegerin oder einen Sieger aus einem neuen Landesteil geben wird, wird sich bereits im Verlauf dieses Jahres zeigen. Die Anmeldefrist für den Goldenen Koch läuft seit letzter Woche, im Oktober findet in der Welle 7 in Bern das auf dieses Jahr neu konzipierte Halbfinalcamp statt.

«Der Fokus liegt auf der gezielten Vorbereitung auf das Finale», erläutert Hunziker. Die Kandidierenden sollen voneinander, von ehemaligen Siegerinnen und Siegern und der Jury lernen und Tipps – beispielsweise bei der Beschaffung der Showplatten – fürs Finale abholen können. «Beim Finale kann es gerne mal zu Stresssituationen oder unvorhergesehenen Komplikationen kommen. Mit dem Halbfinalcamp wollen wir die Finalteilnehmenden für solche Situationen vorbereiten und sie ein erstes Mal testen.»

Bis dahin ist es noch ein langer Weg. Zunächst muss das Feld der möglichen Halbfinalteilnehmenden auserkoren werden. Die Anmeldefrist läuft noch bis zum 31. Mai 2026, das Halbfinale wird Anfang Oktober ausgetragen. Das Finale findet im Februar 2027 im Kursaal in Bern statt.