Es ist Sonntagmorgen und die Stadt Zürich sieht eigentlich schon wieder aus wie immer. Sämtliche Spuren von der Parade am Vortag sind schon fast beseitigt. Rund 160 Personen waren an der Aufräum- und Putzaktion beteiligt. Eine Mammutsaufgabe, die von der Stadtreinigung Zürich bewerkstelligt wird. "Pro Person, welche die Street Parade besucht, wird in der Regel mit 120 bis 150 Gramm Abfall gerechnet", so Carlo Blätter, Abfallverantwortliche der Street Parade, gegenüber TeleZüri sagte. Bei 900'000 Besucherinnen und Besuchern wären das also etwa 120 Tonnen Abfall.
Street Parade und Umwelt - wie funktioniert das?
Die Street Parade ist weltweit die einzige Grossveranstaltung, an der sämtliche Abfälle zu 100 Prozent getrennt und wiederverwertet werden. Zudem sind alle an den rund 80 offiziellen Getränkeständen und Bars der Street Parade verkauften Getränke in 100 Prozent rezyklierbarem PET oder Aluminium verpackt. Das Depotsystem für die Getränke unterstützt die Rückführung der leeren Gebinde in den entsprechenden Werkstoffzyklus. Der gesamte Abfall wird in einem aufwändigen Verfahren nach PET, Alu und Metall aussortiert, Glas und Karton wird separat gesammelt. Damit wird der gesamte Abfall der Street Parade rezykliert. Die brennbaren Abfälle werden im Anschluss der Kehrichtverbrennungsanlage zugeführt und in CO2-neutrale Heizwärme und Ökostrom umgewandelt. Auch die rund 110 Foodstände an der Street Parade sind verpflichtet, umweltschonende Behältnisse für ihr Essen zu verwenden.
Wertschöpfung der Street Parade
Verkaufszahlen von Food- und Getränkeständen können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine genannt werden, erklärt Stefan Epli von der Medienstelle. «Alle Food- und Getränkestände sind bewilligungspflichtig, operieren jedoch komplett unabhängig von uns», erklärt Epli. Daher sei es schwierig, überhaupt Zahlen zu nennen. Da die Street Parade keinen Eintritt kostet, finanziert sie sich hauptsächlich durch den Getränkeverkauf. "Die Bars und Getränkestände werden von lokalen Vereinen betrieben, die damit ihre Vereinskasse aufbessern und zugleich Teil dieser einzigartigen Veranstaltung sind.", so die Medienstelle. Als Non-Profit-Organisation sei es ihr ein grosses Anliegen, einen bestmöglichen Service zu bieten, die Umwelt zu schützen und die Anwohnenden zu entlasten. Deshalb fliesse von jedem verkauften Getränk ein Franken in Massnahmen für die Gesundheit der Gäste und den Umweltschutz – ohne dass dafür die Getränkepreise erhöht werden. So fördere die Street Parade einen verantwortungsvollen Umgang mit Mensch und Umwelt. Mit dem Depotsystem bitten die Veranstalter die Gäste zudem, ihre Getränke an den offiziellen Street-Parade-Ständen zu kaufen. Damit tragen sie zur Finanzierung der nachhaltigen Massnahmen bei und sorgen gleichzeitig dafür, dass leere Behälter bei der Rückgabe fachgerecht entsorgt und wiederverwertet werden.
Auch ohne konkrete Zahlen ist klar, dass 900'000 Menschen in der Stadt Zürich zusätzliche Einnahmen für die Food- und Getränkestände, aber auch für die Gastronomie und Hotellerie bringen.